Nachdem die Wettbewerbskommission (Weko) im April dann die Hochzeit der beiden Swisscom-Konkurrentinnen verboten hatte, kündigte Ende Juni Orange-Schweiz-Chef Thomas Sieber an, alleine in die Offensive zu gehen und dabei alle bisherigen Abos aufgeben zu wollen.

Die bisherigen Preispläne sollten einfacher und transparenter werden. Der Kunde solle nur für das zahlen, was er nutze, sagte Sieber vor zwei Monaten. Nun lüftete Orange am Dienstag den Schleier: Am kommenden Sonntag sei das Zeitalter der vordefinierten Mobilfunkabos zu Ende.

«Wir haben das Angebot massiv vereinfacht», sagte Marketingchef Roland Lötscher vor den Medien in Zürich: Fünf bisherige Abos würden durch eines ersetzt. Die Kunden können sich nun ihr Abo anhand ihres Gesprächs-, SMS- und Surfbedarfs wie in einem Baukasten selber zusammenstellen. Davon hängt die monatliche Grundgebühr ab, die neu zwischen 20 und 120 Fr. liegt.

Kahlschlag

Ob die Kunden allerdings trotz dieses Kahlschlags bei den Abos klarer sehen im Tarifdschungel, ist fraglich. Denn zahlreiche Leute dürften nicht wissen, wie wie lange sie pro Monat telefonieren, wie viele SMS sie verschicken und wie viel Datenvolumen sie runterladen.

Zusätzlich gibt es wie bisher noch eine Reihe von Optionen: So kostet etwa neu 5 Fr. pro Monat, damit man automatisch die günstigsten Gesprächstarife erhält. Derzeit ist dies bei einem Abo in der Grundgebühr enthalten. In den Shops sollen Verkäufer den Kunden anhand bisheriger Mobilfunkrechnungen helfen, die beste Wahl zu treffen, wie es hiess.

Dennoch profitiert das Portemonnaie der Kunden. Nachdem Orange bisher ein ähnliches Preisniveau im Mobilfunk wie die Swisscom hatte, setzt die Nummer 3 im Schweizer Telekommarkt ebenso wie Sunrise nun auf niedrige Tarife, wie Telecom-Experte Ralf Beyeler vom Internetvergleichsdienst Comparis urteilt: «Sunrise wird reagieren und bei den Preisen für die umkämpften Vielnutzer nachziehen müssen.»