Banken

Mitarbeiter hat bei Privatbank Julius Bär Kundendaten geklaut

Boris Collardi, CEO von Julius Bär, bestätigt den Datendiebstahl.

Boris Collardi, CEO von Julius Bär, bestätigt den Datendiebstahl.

Die Privatbank Julius Bär ist erneut Opfer eines Datendiebstahls geworden. Ein Mitarbeiter mit Arbeitsort in Zürich hat den deutschen Finanzbehörden eine Daten-CD zugespielt. Bank-Chef Boris Collardi bestätigt den Diebstahl.

«Leider trifft dies gemäss unseren Erkenntnissen zu», bestätigt CEO Boris Collardi gegenüber der «SonntagsZeitung«. «Im Rahmen von verschärften Kontrollmechanismen und einer umfangreichen internen Untersuchung mussten wir kürzlich einen Fall von Datenmissbrauch feststellen und konnten den mutmasslichen Täter identifizieren.»

Der Beschuldigte, ein Angestellter der Bank mit Arbeitsort Zürich, wurde verhaftet. Er soll offenbar im Alleingang gehandelt haben. Weiterführende Informationen – etwa in welcher Abteilung der Mitarbeiter tätig war, zu Alter, Privatverhältnissen und Wohnort – gibt die Bank mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und Schutz der Privatsphäre nicht bekannt.

Kein Geld bekommen

Julius Bär hat sich inzwischen von ihrem Angestellten getrennt. Mit möglicherweise betroffenen Kunden in Deutschland steht Julius Bär in Kontakt. Die gestohlenen Daten gelangten in Form einer CD in die Hände nordrhein-westfälischer Steuerfahnder.

Der Verdächtige hat für das Material dem Vernehmen nach eine Geldzahlung erhalten. In welcher Höhe ist nicht bekannt. Dem mutmasslichen Täter auf die Spur gekommen ist die Bank, nachdem sie Unregelmässigkeiten festgestellt hatte. Sie ordnete eine vertiefte Untersuchung an, die zum genannten Mitarbeiter führte. Für die Bank hat der jüngste Vorfall keine Konsequenzen.

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