Luftfahrt

Mit der Swiss über den Wolken surfen

Wer nächstes Jahr mit einer Boeing 777 von Swiss fliegt, kann sich über drahtlosen Internet-Zugang über den Wolken freuen. Am Donnerstag hat die Swiss ihren neuen Flieger vorgestellt.

Im kommenden Januar ist es so weit: Die Fluggesellschaft Swiss erhält die erste von neun bestellten Boeing 777. Dabei kommt es zu einer Premiere: Die Maschine bietet den Passagieren einen drahtlosen Breitband-Internetzugang (WLan).

Somit können Passagiere auf ihren Laptops, Smartphones und Tablets im Internet surfen und E-Mails versenden, wie die Swiss an einer Medienkonferenz am Donnerstag bekannt gab.

Allerdings wird es nicht gratis sein. Wie die Kostenstruktur aussieht, sei noch nicht festgelegt, hiess es. Bei der Muttergesellschaft Lufthansa kostet eine Stunde Wlan-Zugang beispielsweise neun Euro, 4 Stunden 14 Euro.

Boeing 777, der neue Swiss-Flieger

Lufthansa verbietet telefonieren

Von telefonieren war an der Konferenz nicht die Rede. Es ist ein kontroverses Thema. Lufthansa, die praktisch auf ihrer ganzen Flotte Wlan eingeführt hat, erlaubt keine Telefon- oder Skypegespräche. «Die Möglichkeit, mit dem Mobiltelefon zu telefonieren, wird auf vielfachen Kundenwunsch technisch unterbunden», heisst es auf der Website der Lufthansa.

Die Boeing 777-300ER ist mit 340 Sitzen das mit Abstand grösste Flugzeug der Swiss-Flotte. Das Fassungsvermögen ist um 44 Prozent grösser als Airbus A-330 mit den 236 Sitzen.

Rendering SWISS Boeing 777-300ER

Rendering SWISS Boeing 777-300ER

Die 74 Meter lange Boeing erhält allerdings eine relativ enge 3-4-3 Bestuhlung in der Economy (270 Plätze). Zum Vergleich: Singapore Airlines oder British Airways haben neun, nicht zehn Sitze in einer Reihe. Eine 2-2-1-Bestuhlung weist die Business (62 Sitze) auf. 1-2-1 ist die First konfiguriert (acht durch Halbwände getrennte Plätze). Neu ist zudem, dass den Passagieren in der Economy nach dem regulären Service ein Selbstbedienungs-Kiosk mit Getränken und Snacks zur Verfügung steht.

Noch keine «Premium Economy»

Eine Innovation findet jedoch noch nicht statt: Die Einführung einer «Premium Economy» mit grösserem Sitzabstand und breiteren Sitzen. Diese sei bei Swiss zwar ein Thema, sagt Swiss-CEO Harry Hohmeister. Aber ob sie kommt, und wann, ist offen.

Um eine neue solche Buchungsklasse einzuführen, muss die Informationstechnologie (IT) entsprechend angepasst werden. Das verursacht Kosten von rund 40 Millionen Franken.

Daher wird abgewartet, bis die Lufthansa ihre geplante Variante einer «Premium-Economy»-Klasse eingeführt und Erfahrungen gesammelt hat. Dann kann die Swiss von der Vorarbeit profitieren. Vorrang hat bei Swiss derzeit die Umstellung der ganzen IT. Auch das ist ein grosser Aufwand.

Per Sommerflugplan 2016 werden die Boeing-Flugzeuge primär auf Strecken nach Hongkong, Bangkok und Los Angeles eingesetzt.

Im ersten Halbjahr 2015 hat die Swiss 0,6 Prozent mehr Passagiere befördert als in der Vorjahresperiode, wie die Fluggesellschaft mitteilt. Weil sie gleichzeitig jedoch das Angebot vergrössert hat, sank die Auslastung der Flugzeuge im Vorjahresvergleich von 81,7 auf 81,3 Prozent.

Damit ist die Swiss nicht mehr der Überflieger der Lufthansa. Der Mutterkonzern steigerte in den ersten sechs Monaten mit allen Fluggesellschaften die Zahl der Passagiere um 2,1 Prozent auf 50,9 Millionen. Die Auslastung stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 78,3 Prozent.

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