Brugg

Mit B&B in Brugg gegen Bettenmanko

Weiss, wovon sie spricht: B&B-Gastgeberin Therese Wyder aus Remigen. (lp)

Therese Wyder

Weiss, wovon sie spricht: B&B-Gastgeberin Therese Wyder aus Remigen. (lp)

In der Region Brugg besteht ein Manko an Hotelbetten. Das könnte Alternativen, wie Bed and Breakfast – B&B – durchaus Chancen eröffnen.

Louis Probst

«Ich weiss nicht, ob ich jetzt Freude haben soll ob dieser Konkurrenz», meint Therese Wyder lachend. Auf Einladung von Silvia Kistler, der Präsidentin von Tourismus Region Brugg, berichtet Therese Wyder über ihre Erfahrungen aus dem Betrieb ihres Bed-and-Breakfast Sonnenberg in Remigen. Eingefunden haben sich ein gutes Dutzend Interessierte. Silvia Kistler zeigt sich sehr erfreut über das Echo. «Seit zwei Jahren sind zwei zufriedene B&B-Anbieter im Gastro- und Freizeitführer der Region Brugg aufgeführt», sagt sie. «Von daher haben wir uns überlegt, ob diese Angebote nicht ausgebaut werden sollten. Grundsätzlich besteht ein gewisses Manko an Möglichkeiten für die Übernachtung, obwohl in der weiteren Region Brugg rund 550 Betten zur Verfügung stehen.»

Unterschiedliche Motive

Die Motivationen der potenziellen B&B-Anbieter, die sich im städtischen Lesezimmer in Brugg eingefunden haben, sind so verschieden wie ihre persönlichen Hintergründe. Einige möchten sich ein zusätzliches Standbein aufbauen. Einige hoffen, das zu gross gewordene Haus wieder mit Leben füllen zu können. Die meisten aber schätzen B&B - und die Kontakte, die sich aus dieser Beherbergungsform ergeben können - aus eigener Erfahrung, vor allem bei Reisen in englischsprachige Länder. Gespannt folgen sie alle den Ausführungen von Therese Wyder.

«Man muss sich verschiedenen Fragen stellen, wenn man B&B anbieten will», stellt sie fest. «Bin ich überhaupt bereit, fremde Leute in meinem Haus aufzunehmen? Muss ich über Kenntnisse in Fremdsprachen verfügen? Wie sieht es auf der finanziellen Seite aus? Lege ich bloss drauf oder bleibt am Schluss etwas übrig? Dies alles ist gar nicht so einfach zu beantworten.»

Von Australien nach Remigen

Für sie selber hat Therese Wyder diese Fragen längst beantwortet. Im Mai 2008 hat sie mit ihrem Mann ein B&B mit zwei Zimmern und vier Betten eröffnet. «Die Nachfrage hat uns völlig überrascht», erklärt sie. «Inzwischen hatten wir rund 600 Gäste, darunter sogar Leute aus Australien. Wir sind aber, samt Belegungsplan, im Internet aufgeschaltet.»

Nach gut zwei Stunden sind beinahe alle Aspekte rund um B&B zur Sprache gekommen und beinahe alle Fragen erschöpfend behandelt. Bleibt abzuwarten, ob die B&Bs in der Region Brugg jetzt nur so aus dem Boden schiessen werden.

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