Energiegeschäft

Missmanagement bei Alstom führt zum Stellenabbau in der Schweiz

Alstom-Fabrik in Birr im Kanton Aargau: Nach der Übernahme der Energiesparte durch den US-Mischkonzern General Electric dürften hier weniger Stellen wegfallen als zunächst erwartet.

Alstom-Fabrik in Birr im Kanton Aargau: Nach der Übernahme der Energiesparte durch den US-Mischkonzern General Electric dürften hier weniger Stellen wegfallen als zunächst erwartet.

General Electric streicht in der Schweiz 1300 Stellen. Schuld daran ist jedoch nicht die Firma selbst, sondern die französische Alstom, von der General Electric das Energiegeschäft übernommen hatte. Dieses war schon 2011 im Niedergang.

Am Montag teilte der Industriekonzern General Electric mit, er streiche in der Schweiz fast 1300 Stellen. Recherchen der «Sonntagszeitung» zeigen, dass nicht der US-Industriekonzern die Schuld für den Kahlschlag trägt, sondern die französische Alstom, von der General Electric das Energiegeschäft übernommen hatte.

Ein bisher geheimes Papier, das ein Alstom-Insider aufgrund vertraulicher Unterlagen im Auftrag der vom Aargauer Regierungsrat eingesetzten Taskforce verfasst hat, belegt, dass das Alstom-Energiegeschäft schon 2011 im Niedergang war. Die Unternehmensleitung reagierte jedoch passiv.

«Aufgrund der Jahresresultate 2011 und 2012 hätte im Kraftwerksbereich dringend eine grössere Restrukturierung durchgeführt werden müssen, um die Kapazitäten wieder den Realitäten anzupassen und die damit verbundenen Kostenunterdeckungen abzubauen», heisst es im Papier. «Diese dringend notwendige Restrukturierung wurde jedoch nicht durchgeführt, und damit hat sich die Ertragslage in den folgenden Jahren nochmals deutlich verschlechtert.»

Hätte Alstom früher reagiert, wären heute wohl weniger Entlassungen nötig. «Damit muss aber auch klar gefolgert werden, dass die nun angekündigte General-Electric-Restrukturierung die Unterlassung aus den früheren Jahren mitkorrigiert», heisst es im Papier weiter.

Der Autor, der offenbar die internen Abläufe bei Alstom bestens kennt, wirft dem französischen Konzern vor, er habe Produkte verkauft, «die am Markt nicht mehr konkurrenzfähig waren», vor allem die Gasturbinen.

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