Die Enttäuschung darüber, dass die US-Notenbank trotz aller Warnsignale und zahlreichen Risiken die Zinsen weiterhin anheben will, halte an, kommentierte ein Analyst. Auch die Nervosität sei gross. Anleger seien nach diesem schwachen Börsenjahr vor den Feiertagen noch risikoscheuer als sonst.

In den USA sorgt die Politik wieder für Schlagzeilen. So zeigte sich US-Präsident Donald Trump im Kampf gegen einen drohenden Regierungsstillstand hart: Er werde kein Finanzierungsgesetz unterzeichnen, wenn es nicht die "perfekte Grenzsicherung" beinhalte. Dabei geht es um eine Grenzmauer zu Mexiko.

Zudem hat US-Verteidigungsminister James Mattis die Nase von Präsident Donald Trump voll und ist zurückgetreten. Der Trump'sche Rückzugsbefehl aus Syrien hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

Mit der aufkommenden Unruhe im Weissen Haus wegen eines drohenden Regierungsstillstands gesellt sich ein weiterer Risikofaktor zu den altbekannten politischen Krisen wie dem Brexit und dem Handelsstreit der USA mit China.

Talfahrt geht weiter

Am Freitag müssen Anleger zudem noch einmal mit grösseren Schwankungen rechnen, denn es ist Hexensabbat. An den Terminbörsen laufen an diesem Tag Terminkontrakte auf Aktien und Indizes aus.

Am Vormittag sackte der Swiss Market Index (SMI) auf einen Tiefstwert von 8'336 Punkten, womit er klar unter das bisherige Jahrestief von 8'373 Punkten im Juni fiel. Gegen Mittag liegt der SMI um 9,6% im Minus bei 8'369 Punkten.

Die Schwergewichte Novartis (-1,3 Prozent), Roche (-0,5 Prozent) und Nestlé (-0,3 Prozent) belasten den Index besonders stark. Für einmal standen die Swisscom-Aktien bei den Verlierern an der Spitze (-1,7 Prozent).

Deutlich besser hielten sich dagegen die Banken, die am Vortag massiv gerupft worden waren. So legte die Credit Suisse-Aktie um 0,7 Prozent zu, während Julius Bär um 0,4 Prozent höher notierte. Die UBS-Aktie notierte kaum verändert.

Die Schweizer Börse befindet sich allerdings in guter Gesellschaft: Europaweit sind die Börsen unter Druck. So tauchte der deutsche DAX um 0,7 Prozent, die Pariser Börse gar um 1,1 Prozent.