Die Modekette Blackout mit Hauptsitz in Oensingen SO existiert schon seit 1990, betreibt heute 92 Filialen und beschäftigt gemäss eigenen Angaben rund 500 Mitarbeitende. Doch nun sind diese in Gefahr. 

500 Blackout-Jobs in Gefahr

20 Filialen betreibt das Modeunternehmen im Mittelland. Nach den Millionen-Verlusten stehen den Mitarbeitern jedoch gravierende Umstrukturierungen bevor.

Wie das Unternehmen mitteilt, geht es in Nachlassstundung. Es reagiert damit auf Liquiditätsschwierigkeiten. Diese wiederum seien aus verschiedenen Gründen verursacht worden. Die Blackout AG nennt die Frankenaufwertung im Januar 2015, den Einkaufstourismus sowie das Internetshopping.

Offenbar haben mehrere Massnahmen nicht genug gegriffen, um die Nachlassstundung abzuwenden. «Trotz der Einstellung eines sanierungserfahrenen Geschäftsführers im Sommer 2015 und den von ihm umgesetzten hohen kurzfristigen Kosteneinsparungen, einem neuen Sortimentskonzept sowie der grossen finanziellen Unterstützung des Eigentümers schliesst die Rechnung 2015 mit einem Verlust in Millionenhöhe ab», schreibt Blackout in einer Mitteilung. Auch für die nächsten Jahre müsste die Modekette – in der heutigen Form – «mit weiteren millionenschweren Verlusten» rechnen. 

Die Besitzerin, die Opcon AG aus Birsfelden, strebt nun einen Teilverkauf an. Mit der am 9. Februar gewährten Nachlassstunden sei nun der Betrieb «bis auf weiteres» sichergestellt. Das Unternehmen erhalte so die notwendige Zeit, wie es mitteilt, um einen Käufer zu suchen. 

Filialnetz ausgeweitet

Die Opcon AG hatte die Blackout AG erst im Januar 2014 übernommen, eine Woche bevor die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufgegeben hatte. Opcon hatte sich das Ziel gesetzt, den Umsatz zu steigern. Damals gehörten 84 Filialen zum Unternehmen. Die vormaligen Besitzer Gerald und Astrid Metzler bezeichnete die damaligen Umsätze als gut und sagte: «Sonst hätten wir keinen Käufer gefunden.»

Metzler hatte die Blackout Logistik GmbH mit Sitz in Oensingen, die auch nach dem Verkauf weiterhin Dienstleistungen für die Blackout AG erbrachte, im Oktober 2015 veräussert. Käufer war Reto Quinter, der Eigentümer der Opcon AG.  

Bei einer Nachlassstundung erhält ein Unternehmen vier bis sechs Monate Zeit, um einen sogenannten Nachlassvertrag mit seinen Gläubigern auszuarbeiten. Betreibungen oder die Konkurseröffnung sind in dieser Phase nicht möglich. (pz)