Das Geschäft mit Indien gewinnt für den schweizerisch-schwedischen Elektronikkonzern zunehmend an Bedeutung. Heute setzt ABB in Inden beinahe 2 Millarden Franken um. In den kommenden Jahren dürfte das noch weit mehr werden. In den letzten Jahrn ist ABB in Indien jährlich um knapp 40 Prozent gewachsen. Der Personalbestand hat sich innert fünf Jahren auf 8000 Angestellte mehr als verdoppelt.

Der Markt, um den ABB in Indien kämpft, sei 10 Milliarden Dollar gross, sagte Bernhard Jucker, Verantwortlicher des Breichs Energietechnik-Produtek letzten Herbst.

Indien ist für die Schweizer heute auch ein wichtiger Forschungs- und Produktionsstandort. In Bangalore, der südindischen IT-Hochburg, steht das grösstes Forschungs- und Entwicklungszentrum von ABB. In Valdora, nördlich von Bombay, betreibt der Konzern eine der grössten Produktionsanlagen. 16 Fabriken stehen hier auf einem Campus von 34 Hektaren. Produziert werden hier Schaltanlagen, Transformatoren und Generatoren für Windturbinen.

Geld ist vorhanden

Mit der Aufstockung der Anteile an der Tochtergesellschaft spurt ABB nun entsprechend vor. Denn man will die Geschäfte, die man mit Erfolg betreibt, auch besser kontrollieren und stärker in den Konzern einbinden. Dazu kommt: ABB schwimmt im Geld. Auch anch den Milliardeninvestitionen in Indien (heute) und in den USA (Anfang Mai) verfügt der Elektronikkonzern noch immer über flüssige Mittel von gut 7,2 Milliarden Dollar.

ABB bietet den Aktionären von ABB Limited Indien 900 Rupien (22,3 Franken) pro Aktie an.Dem Angebot liege ein Aufschlag von rund 34 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag und ein Aufschlag von 14 Prozent gegenüber dem nach indischen Regularien geforderten Mindestkurs zugrunde, teilte der Konzern am Montagmorgen mit.

Der Gesamtwert der Transaktion zum Angebotskurs belaufe sich auf rund 44 Milliarden Rupien (1,09 Milliarden Franken). Mit der Investition will ABB nach eigenen Angaben die langfristige Entwicklung des Geschäfts in Indien fördern. (rsn)