Sissach
Migros rührt mit grosser Kelle an

Die deutschen Grossverteiler Aldi und Lidl betreiben Verkaufsläden in Lausen, Lidl plant ein Projekt in Böckten. Und nun kommt die Migros und will ihre Filiale in Sissach markant vergrössern.

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Migros Sissach

Migros Sissach

Zur Verfügung gestellt

Simon Tschopp

Ist der Neubau und die Erweiterung des Sissacher Migros ein Angriff auf die beiden Grossisten aus Deutschland? «Sicher nicht», betont Dieter F.Wullschleger, Leiter Unternehmenskommunikation der Migros Basel, «unser Vorhaben ist ein Bekenntnis zum Standort Sissach und zu seiner Zentrumsfunktion. Wir schauen nicht auf andere.»

Der heutige Verkaufsladen in der Oberbaselbieter Metropole ist kaum mehr eine Visitenkarte für den orangen Riesen. Wullschleger sagt selbst, der Laden entspreche nicht mehr den heutigen Einkaufsbedürfnissen und Gepflogenheiten. Die Migros sei ein Grundversorger und schon lange Jahre in Sissach. «Sissach hat einen schönen Laden verdient», erklärt Dieter F. Wullschleger.

Die bestehende Migros-Filiale wird dem Neubau weichen müssen (siehe Box). Dieser entsteht auf dem Grundstück sowie auf den drei angrenzenden Parzellen, die der Grossverteiler aus privatem Besitz erworben hat. Wie und wo der Laden in der Bauphase betrieben wird, ist noch offen. Während der Bauumsetzung müssten sie dafür eine Lösung finden, so Wullschleger.

Die neue Migros

Der Neubau der Migros in Sissach umfasst ein modernes Ladengeschäft, Wohnungen, Dachterrasse und Grünfläche. Die Fläche des neuen Ladens wird um einiges grösser sein als im jetzigen. Spätestens im Frühjahr 2013 soll das Projekt beendet sein. Über die Höhe der Investitionen ist noch nichts zu erfahren. (stz)

Migros Basel hat den Quartierplan gestartet und wird ihn demnächst bei der Gemeinde einreichen. Wenn alles optimal läuft, erfolgt nächstes Jahr der Baubeginn. «Das ist realistisch, wenn es keine Einsprachen gibt», meint Sissachs Gemeindepräsidentin Petra Schmidt. Vom Moment an, wenn die Unterlagen vorlägen, könne man ans Prüfen gehen. Später folgt ein Mitwirkungsverfahren, und schliesslich kommt der Quartierplan vor die Gemeindeversammlung. Danach läuft die Referendumsfrist.

Gemeinde und IG reagieren positiv

Schmidt ist an der Bilanz-Medienkonferenz von Migros Basel am Mittwoch durch deren Geschäftsleiter Werner Krättli gelobt worden: «Sie ist sehr angetan, hilft uns und macht vorwärts.» Petra Schmid freut sich, dass sie mal etwas Positives hört, nimmt sich selber aber zurück. Dieses Lob gehöre dem Gesamtgemeinderat. Laut der Gemeindepräsidentin hat es zwischen der Sissacher Behörde und der Migros schon mehrfach Kontakte gegeben. Die bisherigen Verhandlungen verliefen in gutem Rahmen, wie Schmidt und Wullschleger unisono bestätigen. Sissach fordert Planer von grossen Projekten jeweils auf, frühzeitig den Kanton zu kontaktieren, damit Quartierpläne später speditiver behandelt werden können.

Der jetzige Laden, ursprünglich als Lagerraum geplant, sei eine Zumutung. «Sissach wartet auf einen anständigen Migros», bringt Petra Schmidt die Resonanz der Bevölkerung auf den Punkt. Positiv tönts auch aus dem Mund von Alfred Gunzenhauser, dem Präsidenten der IG Einkaufszentrum Sissach: «Das einheimische Gewerbe wird vom Migros-Neubau profitieren. Denn Kunden von Grossverteilern haben auch noch anderen Bedarf», ist Gunzenhauser überzeugt. Zudem sei die Migros schon dort, wo die neue Filiale entstehe. Es sei eher von Vorteil, wenn ein Grossverteiler im Zentrum sei. «Um Grossverteiler kommen wir nicht herum. Sissach ist von ihnen immer stiefmütterlich behandelt worden», konstatiert der IG-Präsident.

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