Den Reingewinn konnte die Migros um 0,6 Prozent auf 851,6 Mio. Fr. steigern. Damit habe sie den Rekord aus dem Jahr 2009 nochmals leicht übertroffen, sagte Konzernchef Herbert Bolliger am Dienstag auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Der Betriebsgewinn (EBIT) legte um 2 Prozent auf 1,176 Mrd. Fr. zu.

Grund für das Plus ist insbesondere die Migros Bank, die im vergangenen Jahr dank Einsparungen das beste Ergebnis ihrer Geschichte einfuhr mit einer Resultatsverbesserung von fast 30 Prozent. Damit steuert die Bank etwa ein Viertel des Betriebsgewinns der Migros-Gruppe bei.

Denner und Migrol schwächer

Im Handels- und Industriegeschäft schrumpfte das operative Ergebnis indes um 4 Prozent, obwohl das Sorgenkind, die Reisetochter Hotelplan, den Verlust halbierte. Am meisten sank der Betriebsgewinn in der Handelssparte (-28 Prozent), die die Ketten Denner, Globus, Interio, Office World, Ex Libris, LeShop und Migrol umfasst. Denner habe das absolute Rekordergebnis von 2009 nicht halten können, sagte Bolliger.

Auch die Erdölgesellschaft Migrol hatte 2009 ein Spitzenergebnis erzielt, weil die Leute im Hinblick auf die Einführung der CO2-Abgabe ihre Heizöltanks gefüllt hatten. Dieses Ergebnis habe Migrol nun im vergangenen Jahr nicht mehr erreicht. Ansonsten habe sich das operative Ergebnis gut entwickelt, insbesondere bei Globus.

Auch die orangen Migros-Läden verdienten weniger (-2,5 Prozent). Die Verkäufe von Frischprodukten seien gesunken und bei Fleisch habe ein Überangebot geherrscht, was auf den Preis drückte. Zudem habe sich der starke Franken bemerkbar gemacht.

Wegen des billigeren Euro sei der Einkaufstourismus in den Grenzregionen Genf und Basel massiv gestiegen, sagte Bolliger. In den letzten zwei Jahren habe die Zahl der Formulare zur Rückerstattung der Mehrwertsteuer um 30 Prozent zugenommen. Zudem habe die Migros ihren Mitarbeitern eine Prämie für 2010 in Höhe von 750 Fr. ausgezahlt. Dies habe 50 Mio. Fr. gekostet.