Reifenindustrie

Michelin setzt Rotstift an und schliesst Produktion in Zentralfrankreich

Arbeiter verlassen ein Michelin-Werk in Clermont-Ferrand

Arbeiter verlassen ein Michelin-Werk in Clermont-Ferrand

Der französische Reifenhersteller Michelin tritt angesichts der anhaltenden Auto-Krise auf die Notbremse und macht seine Produktion von Lastwagen-Reifen in Zentralfrankreich bis 2015 dicht. 730 der 930 Angestellten werden entlassen

250 der betroffenen Arbeitsplätze sollen über frühzeitige Pensionierungen eingespart werden. 480 weiteren Mitarbeitern will der Konzern an anderen Standorten Jobs anbieten. 200 Mitarbeiter werden am heutigen Standort in spezialisierten Bereichen weiterbeschäftigt sein.

Die Pläne über den Wegfall Hunderter Stellen kursierten seit Tagen in französischen Medien. Michelin hatte im April angedeutet, sollte keine baldige Besserung der Marktsituation eintreten, müssten weitere Schritte geprüft werden.

Die Firma hat bereits einen Konzernumbau hinter sich. Die Sparmassnahmen reichen aber angesichts der schlimmsten Branchenkrise seit Jahrzehnten offenbar nicht aus.

800 Millionen Euro für Forschung

Die Massnahmen schlagen in der ersten Jahreshälfte mit 135 Millionen Euro zu Buche, wie Michelin mitteilte. Gleichzeitig bekennt sich der Konzern zum Standort Frankreich und will im Land insgesamt 800 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investieren.

Wegen der konjunkturell bedingten Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt haben viele Firmen, ob Hersteller oder Zulieferer, Sparprogramme aufgelegt. PSA Peugeot Citroen hatte vor knapp einem Jahr sogar die Schliessung eines gesamten Werks bei Paris bekannt gegeben.

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