Zusammen mit Wirtschaftsministerin Doris Leuthard und dem Präsidenten des Direktoriums der Schweizer Nationalbank, Jean Pierre Roth, zeigte sich Merz zufrieden mit den Ergebnissen der Frühjahrtagung von IWF und Weltbank.

Insgesamt soll der IWF zusätzlich bis zu 750 Milliarden Dollar erhalten. Die Schweiz steuert 10 Milliarden Franken bei. Sie hofft dafür, ihren Sitz im Exekutivrat der Organisation behalten zu können. Merz und Leuthard sprachen sich zudem für eine Erhöhung der IWF-Sonderziehungsrechte aus. Davon könnte laut Merz auch die Schweiz mit rund 3,5 Milliarden Franken profitieren.

In einem Gespräch mit Angel Gurría, dem Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), tadelte Merz die Organisation heftig. Gurría habe von der G-20 genannten Gruppe starker Industrie- und Schwellenländer ein Mandat angenommen, eine Graue Liste der Steueroasen zusammenzustellen.

Als OECD-Generalsekretär habe er das Mitgliedsland Schweiz darüber nicht in Kenntnis gesetzt. Merz sagte er spreche nicht als beleidigter Finanzminister, sondern als Vertreter eines kleinen Landes, das durch Beschlüsse betroffen werde, die in Organisationen getroffen würden, in denen man nicht Mitglied sei und von denen man nichts erfahre.

"So wie die OECD mit uns umgesprungen ist, das macht man nicht", sagte Merz. Gurría werde nächste Woche "einen bösen Brief der Schweiz" erhalten, sagte der Bundespräsident.

Nach einem Treffen mit US-Finanzminister Timothy Geither am Rande der Tagung gab Merz der Hoffnung Ausdruck, dass durch die Unterzeichnung eines neuen Doppelbesteuerungsabkommens die Klagen der US-Behörden gegen die UBS zurückgezogen werden. Geithner sagte, er wolle den Vorschlag prüfen.