"Wir sind ein Beispiel unter vielen", sagte André Tobler vor den Medien in seiner Firma in Ipsach BE. Die Tobler Protecta AG verkauft Arbeitsschutzkleidung. Das Unternehmen beschäftigt 17 Personen - zwei von ihnen haben eine Behinderung.

Vermittelt habe sie die IV-Stelle Bern und eine Partnerorganisation, sagte Tobler. Dank Beratung und Coaching, den Einbezug der Mitarbeiter sowie finanzielle Anreize seien die zwei Personen in die Arbeitsstelle gut eingeführt worden.

Es sei nicht immer einfach gewesen, gestand der Unternehmer. Es habe viele Gespräche gebraucht, gelegentlich musste man auch "Klartext reden". Doch trotz der Hochs und Tiefs sei der Trend immer positiv gewesen. Und nun, sagte Tobler, habe er zwei "vollwertige Mitarbeiter".

300 neue Vollzeitstellen

Dieses Beispiel soll in den Augen von Bund und Arbeitgebern Schule machen. Die Politik setzt seit der 5. IV-Revision verstärkt auf die Eingliederung von Rentenbeziehern in den Arbeitsmarkt und hat zusätzliche Integrationsinstrumente eingeführt. Die Kampagne will die insgesamt 350'000 Unternehmen in der Schweiz über die neuen Möglichkeiten besser informieren.

Um die Integrationsvorgaben der seit Anfang dieses Jahres in Kraft getretenen IV-Revision 6a zu erfüllen, ist der Bund auch bereit, zusätzliche Mittel in die Hand zu nehmen. 200 Vollzeitstellen für Vermittlung und Beratung schuf der Bund neu, sagte Stefan Ritler, Vizedirektor der Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV).

Dazu kommen rund 100 Stellen von Ärzte und weiteren Experten. Diese zusätzlichen Stellen sollen nach Erreichen der Vorgaben wieder abgebaut werden.

Zunahme der Eingegliederten

Gemäss Jean-Philippe Ruegger, Präsident der IV-Stellen-Konferenz, geht die bisherige Entwicklung in die richtige Richtung: "Seit Inkrafttreten der 5. IV-Revision hat die Zahl der eingegliederten, von den IV-Stellen begleiteten Menschen mit Behinderung massiv zugenommen", sagt er. Im Vergleich zu 2007 habe sich die Zahl fast verdoppelt.

Doch um die Vorgabe der Revision 6a zu erfüllen, müssten in den nächsten sechs Jahren jährlich im Schnitt rund 2800 IV-Rentner ganz oder teilweise erwerbsfähig werden. "Bisher lagen wir mit den Zahlen noch etwas darunter", sagte BSV-Vizedirektor Ritler. Die Gründe dafür seien, dass einige Massnahmen noch aufgebaut werden, und weil die Integration der Behinderten auch einige Zeit dauere.