Finanzindustrie

Mehr Geld für Manager: Partners Group ändert Boni-System

Die Partners Group Niederlassung in Baar ZG.

Die Partners Group Niederlassung in Baar ZG.

Manager der erfolgreichen Investmentfirma können ihre Gehälter um ein Vielfaches erhöhen. Bis jetzt haben die Manager im Branchenvergleich eher unterdurchschnittliche Gehälter erhalten.

Hinter dem Namen Partners Group verbirgt sich eine Erfolgsgeschichte mit Seltenheitswert. Die Investment- und Vermögensverwaltungsgesellschaft hat ihren Sitz in Zug und ist spezialisiert auf nicht öffentlich handelbare Finanzanlagen.

Seit dem Börsengang vor nunmehr 13 Jahren hat sich der Wert der Aktien mehr als verelffacht – mit deutlich steigender Dynamik in den vergangenen drei Jahren. Damit das so auch bleibt, hat die Investmentgesellschaft nun ein neues Bonussystem lanciert.

Unter diesem können die Manager ihre zwar durchaus respektablen, im Branchenvergleich aber eher unterdurchschnittlichen Gehälter um ein Vielfaches erhöhen. Dafür gibt es allerdings zwei Voraussetzungen: Die Partners-Group-Aktien müssen in fünf Jahren mehr Wert haben als heute und ihre Kursentwicklung muss besser sein als ein Vergleichsindex.

Im Rückblick wirken diese Hürden geradezu lächerlich niedrig: Seit Anfang 2013 haben sich die Titel im Wert verzweieinhalbfacht, während der Vergleichsindex gerade mal um 35 Prozent gestiegen ist.

Der Aufstieg von Partners Group ist auch im vergangenen Jahr unvermindert weitergegangen. Aus den gesamten Kundenvermögen von 61 Milliarden Euro löste die Investmentgesellschaft feste- und erfolgsabhängige Gebühren in der Höhe von 1,25 Milliarden Franken – 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn stieg sogar um mehr als ein Drittel auf 752 Millionen Franken an.

«Die Ergebnisse waren fast ein wenig zu gut», sagte der an der kommenden Generalversammlung ins Glied des Verwaltungsrates zurücktretende Präsident Peter Wuffli gestern auf einer Medienkonferenz. Denn das Gebührenwachstum sei dem Ausbau des Personalbestandes enteilt, was zu einer vorübergehenden Ausweitung der ohnehin schon hohen Margen geführt habe.

Die Erwartungen der Investoren bleiben dennoch hoch. Die Firma profitiert von einer unverändert starken Nachfrage nach Privatanlagen – insbesondere vonseiten der Pensionskassen, die im herrschenden Nullzinsumfeld händeringend nach einträglichen Anlagemöglichkeiten suchen.

Poleposition für den Sprung in den Swiss-Market-Index

Doch dieses Umfeld kann sich erfahrungsgemäss schnell verändern. Der von deutlich steigenden Renditen im Kapitalmarkt begleitete kurzzeitige Börseneinbruch im Februar war ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen könnte.

Nicht von ungefähr warnte Wuffli im Mai des vergangenen Jahres auf der Generalversammlung: «Trotz unserer unveränderten Zuversicht für das aktuelle Geschäftsjahr und der erneuten Bestätigung unserer erwarteten Bruttonachfrage von Kunden, haben die sehr hohen Price-Earnings-Verhältnisse der öffentlichen Märkte und auch die unserer Aktie teilweise sehr ambitionierte Niveaus erreicht.»

Seit jenen Tagen haben sich die Partners-Group-Aktien nochmals um 20 Prozent verteuert und die Gesellschaft steht inzwischen mit einem Börsenwert von fast 20 Milliarden Franken in der Poleposition für einen Sprung in den Swiss-Market-Index (SMI) der 20 wertvollsten Unternehmen an der schweizerischen Börse. Das neue Bonusmodell sieht prospektiv also nicht ganz so grosszügig aus wie im Rückblick.

Meistgesehen

Artboard 1