Das Unternehmen habe durch Sondereinflüsse im ersten Halbjahr 2009 einen Fehlbetrag von 333 Mio. Euro verbucht, wie Bertelsmann mitteilte. In der Vorjahresperiode hatte der Medienkonzern noch 372 Mio. Euro Gewinn gemacht.

Der Umsatz lag bei 7,2 Mrd. Euro, nach 7,7 Mrd. Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis ging um fast ein Drittel auf 475 Mio. Euro zurück.

Der Medienkonzern reagiert mit einem umfangreichen Sparprogramm auf die roten Zahlen, wobei Konzernchef Hartmut Ostrowski erstmals öffentlich das Sparziel präzisierte: Allein in diesem Jahr seien durch strikte Kostendisziplin Einsparungen von mehr als 900 Mio. Euro vorgesehen.

Das bereits laufende Sparprogramm kostet auch Stellen: Schon zum Halbjahr arbeiteten 3700 weniger Mitarbeiter bei Bertelsmann als Ende 2008. Vorgaben für einen Arbeitsplatzabbau gebe es aber nicht, erläuterte ein Sprecher.

Bertelsmann trifft wie andere Medienunternehmen die weltweite Wirtschaftskrise empfindlich. In vielen Ländern halten sich die Konsumenten mit Einkäufen zurück. Auch bei den Unternehmen wird das Geld knapper, weshalb sie ihre Werbebudgets kürzen. Bertelsmann erlöst jedoch ein Drittel seiner Umsätze mit Reklame.

Bertelsmann hofft durch die Einsparungen, die sich im zweiten Halbjahr voll auswirken sollen, die Rezessionsfolgen abfedern zu können. Im zweiten Quartal waren die Rückgänge von Umsatz und Betriebsergebnis bereits nicht mehr so stark wie noch zum Jahresauftakt.

Dennoch rechnet Bertelsmann für das Gesamtjahr weiter mit schwächeren Ergebnissen als 2008. Ob das Unternehmen das Jahr mit einem Gewinn abschliessen kann, hat die Geschäftsleitung bislang offen gelassen.