Skimming

Massnahmen gegen manipulierte Geldautomaten zeigen Wirkung

Eine manipulierte Bankomat-Tastatur (Symbolbild)

Eine manipulierte Bankomat-Tastatur (Symbolbild)

Über 10 Millionen Doller haben Datendiebe dieses Jahr bereits mit manipulierten Schweizer Geldautomaten ergaunert, und dabei sind die Kunden der PostFinance noch nicht einmal berücksichtigt. Doch nun zeigen die Gegenmassnahmen Wirkung: Statt zwei bis drei Skimming-Fälle pro Tag gibt es noch etwa zwei pro Woche.

Dies sagte Alain Bichsel, Sprecher der auf die Verarbeitung von Kartentransaktionen spezialisierten SIX Card Solutions, auf Anfrage der sda. Vor wenigen Tagen hatten die Bundesbehörden eine sprunghafte Zunahme von manipulierten Geldautomaten und Zahlterminals im ersten Halbjahr 2011 gemeldet. Dieser Trend scheint jedoch gebrochen.

Rasche Sperrung

Grund dafür sind laut Bichsel die Sensibilisierung der Kunden und die Gegenmassnehmen von Banken, Automatenherstellern und SIX Card Solutions. Die Geräte seien technisch aufgerüstet, die Kontrollen verstärkt und die Kartensperrungs-Prozesse verbessert worden, sagte er.

Karten würden etwa sofort gesperrt, wenn in kurzem Abstand Bezüge in der Schweiz und im Ausland getätigt würden. Das gleiche passiert mit Karten, die an manipulierten Automaten benutzt wurden. Dank dieser Massnahmen seien die Betrugsfälle in den letzten Monaten markant zurückgegangen. Trotzdem konnten Betrüger bis Ende August knapp 10 Millionen Dollar von Schweizer Bankkonten abheben, wie Bichsel sagte.

Bald haben die Banken aber noch eine weitere Waffe im Kampf gegen die Skimming-Banden: SIX Card Solutions hat ein Tool entwickelt, mit dem die Bankkunden ihre Karten für bestimmte Länder sperren lassen können. Dies ist darum wirksam, weil die mit Skimming erschlichenen Kartendaten nur in jenen Ländern eingesetzt werden können, in welchen die Geldautomaten ausschliesslich mit dem Magnetstreifen funktionieren.

Dazu gehören etwa die USA, die Dominikanische Republik, Russland oder die Ukraine. In diesen Ländern werden auch die meisten Bezüge mit ergaunerten Kartendaten getätigt. In der Schweiz ist dies nicht möglich, weil hier für einen Bezug auch die Daten des Chip nötig sind. Dieser lässt sich im Gegensatz zur Magnetkarte kaum kopieren.

PostFinance zieht mit

Auch die PostFinance setzt auf die Einschränkung des Bargeldbezugs im Ausland. Die Post-Tochter will ihren Kunden demnächst anbieten, dass sie die Postcard für bestimmte Länder sperren können, wie Sprecher Alex Josty eine Meldung des "Blick" vom Mittwoch bestätigte. Wann das Angebot lanciert wird, ist noch nicht bekannt.

PostFinance wickelt über die Hälfte der Zahlungen in der Schweiz ab. Beim Skimming hatte das Unternehmen bisher Glück: Postomaten seien bisher nicht oder nur so dilettantisch manipuliert worden, dass keine Karten ausspioniert werden konnten, sagte Josty.

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