Thomas Röthlin

Bei der Alu Menziken hat die Wirschaftskrise voll eingeschlagen. Gegenüber 2008 ist der Umsatz um 40 Prozent eingebrochen. Das bekommen jetzt auch 70 der 430 Mitarbeiter zu spüren: Ihre Stellen werden gestrichen, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Neben Frühpensionierungen und der natürlichen Fluktuation müsse der Grossteil der betroffenen Angestellten leider entlassen werden, sagt Valerie Keidel, die Sprecherin der Alu-Muttergesellschaft Montana, auf Anfrage.

Hauptsächlich bluten muss einmal mehr die Division Extrusion, wo Rohre und Profile für diverse Anwendungen gepresst werden. Entlassungen gibts aber auch in der Division Aerospace, die Flugzeugteile fertigt. Die 36 Lehrlinge dürfen bleiben, von den Abgängern werden aber die wenigsten weiterbeschäftigt.

Als weitere Massnahme sollen ab 2010 für alle Alu-Mitarbeiter inklusive Chefs nur noch 90 Prozent des bisherigen Lohns garantiert sein. Der Rest ist «von der Gesundung des Unternehmens abhängig». Sprich: Um das Lohnniveau zu halten, muss die Alu Gewinn machen.

«Dieses Lohnmodell ist für uns undenkbar», sagt René Lappert von der Gewerkschaft Unia, die sich am Donnerstag von einer Alu-Betriebsversammlung für die Verhandlungen mit der Arbeitgebervertretung beauftragen lassen will. Gemäss Gesamtarbeitsvertrag müsse die Arbeitnehmervertretung mit Lohneinbussen einverstanden sein. «Generell nicht einverstanden» sei die Unia auch mit der Zahl der Entlassungen, die auf «sehr dünnem Zahlenmaterial» basiere. Lappert zählt schliesslich auf einen geltenden Sozialplan von 2004, der für die kommende Massenentlassung angewandt werden soll.

Bereits im Mai kündigte die Alu an, 14 Stellen abzubauen. Im Januar war Kurzarbeit verhängt worden. Diese soll nun Ende Jahr durch den Personalabbau «ersetzt» werden, wie es in der Medienmitteilung heisst.