Ems-Chefin

Martullo gibt sich misstrauisch

Magdalena Martullo ist skeptisch.

Magdalena Martullo ist skeptisch.

Die Ems-Chefin Magdalena Martullo fürchtet eine Konjunkturwende. Sie bereitet daher weitere Effizienzprogramme in ihrem Unternehmen vor.

Ems-Chefin Magdalena Martullo traut der Konjunktur nicht. «Wir sind kritisch, skeptisch, misstrauisch und auf der Hut», sagte sie am Freitag an der Bilanzmedienkonferenz des Bündner Unternehmens, das auf Polymere und Spezialchemikalien ausgerichtet ist. Ihre Skepsis machte sie unter anderem am Einkaufsmanagerindex fest. Fast auf der ganzen Welt zeige dieser einen Wert von über 50 an, was Wachstum signalisiert. Das letzte Mal habe sich ein solches Bild kurz vor der Finanzkrise gezeigt. «Wenn alles grün ist, macht mich das misstrauisch. Es kann doch nicht sein, dass alles super läuft.» Für Martullo steht damit eine Konjunkturwende im Raum.

Zumindest realwirtschaftlich sieht sie eine gewisse Abflachung. So sei etwa der Automarkt gerade in China gesättigt, selbst bei den Smartphones sei der Absatz in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt um 15 Prozent geschrumpft. «Nun ist noch der Dämpfer an der Börse hinzugekommen, rascher, als ich gedacht habe.»

Zwar rechnet Martullo im laufenden Jahr mit einem Umsatz und Betriebsgewinn leicht über dem Vorjahr. «Doch falls es zu einem Abbruch der Konjunktur kommen sollte, müssen wir über die Bücher. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten», sagte Martullo weiter. In Erwartung eines möglichen Dämpfers erarbeitet Ems weitere Effizienzprogramme, die 2019 zum Tragen kommen sollen. «So sind wir vorbereitet, wenn die Konjunktur nachlässt.»

Marge verdoppelt

Was das abgelaufene Jahr anbelangt, so schreibt Ems ihre Erfolgsgeschichte fort. Der Umsatz wuchs um 8 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken, womit erstmals in der Geschichte die Hürde von 2 Milliarden Franken übertroffen wurde. Der Gewinn stieg um 6 Prozent auf 484 Millionen Franken. Die Marge sank 2017 zwar leicht auf 27,1 Prozent, doch die Entwicklung über die letzten zehn Jahre ist beeindruckend. Im Jahr 2008 war die Marge mit 14,6 Prozent halb so hoch.

Ems sei es gut gelungen, die stark steigenden Rohstoffpreise an die Kunden weiterzugeben. Phasenweise habe man die Preise im Zwei-Wochen-Rhythmus erhöht. Die Kunden hätten sich nach einer langen Zeit der Stagnation nun aber daran gewöhnt, dass die Preise wieder steigen.

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