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Manager-Löhne Thema an Nestlé-Generalversammlung

Nestlé-GV in Lausanne

Nestlé-GV in Lausanne

An einer im Vergleich zu Vorjahren ruhigen Nestlé-Generalversammlung haben die 2576 anwesenden Aktionäre dem Verwaltungsrat und der Konzernleitung Decharge erteilt. Viel zu reden gab einmal mehr die Entlöhnung des Top-Managements.

Die anwesenden Aktionäre, die 32,25 Prozent des Aktienkapitals und 50,78 Prozent der stimmberechtigten Aktien vertraten, durften erstmals über den Nestlé-Vergütungsbericht abstimmen. Diverse Aktionäre profitierten von der Plattform, um Kritik an dem Lohnsystem zu üben.

Gegen eine Zustimmung votierte der Direktor der Anlagestiftung Ethos, Dominique Biedermann. Er freue sich zwar, sagte er vor den Aktionären, dass Nestlé über den Vergütungsbericht abstimmen lasse. Dieser stehe aber noch nicht im Einklang mit den "Best-Practice"-Regeln dieses Bereichs.

In der Konsultativabstimmung, die keinen bindenden Charakter hat, setzte sich der Verwaltungsrat (VR) durch: Die Anteilseigner segneten den Vergütungsbericht mit 86,55 Prozent der Aktienstimmen ab. 4,3 Prozent der Stimmen wurden leer eingelegt.

Alle weiteren Anträge des Verwaltungsrats waren deutlich weniger umstritten. Mit Mehrheiten von gegen 100 Prozent wurden der Jahresbericht und die Konzernrechnung genehmigt und dem Verwaltungsrat und der Konzernleitung Entlastung erteilt.

Zudem entschied die GV, 180 Mio. Aktien zu vernichten und so das Aktienkapital um nominal 18 Mio. Fr. herabzusetzen. Die Papiere waren von Nestlé seit August 2007 für 13,1 Mrd. Fr. zurückgekauft worden. Weiter wurde eine Dividende von 1.40 Fr. pro Aktie beschlossen.

Die Aktionäre bestätigten zudem die beiden VR-Mitglieder Carolina Müller-Möhl und Daniel Borel für eine neue Amtsperiode von drei Jahren. Neu nicht mehr zum VR gehören Alt Bundesrat Kaspar Villiger sowie Günter Blobel. Vermelden musste Nestlé zudem den Tod von Lord George, der dem VR seit 2004 angehört hatte.

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