Luftfahrt
Interne Abstimmung: Swiss-Kabinenpersonal bietet Hand zu harten Sparmassnahmen

Die Flight Attendants nehmen ein Sparpaket an, mit dem die Swiss 75 Millionen Franken sparen kann. Doch ob damit Entlassungen verhindert werden können, ist nicht klar.

Benjamin Weinmann
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Das Kabinenpersonal der Swiss ist zu einem Sparbeitrag bereit - und hofft damit, Entlassungen vermeiden zu können.

Das Kabinenpersonal der Swiss ist zu einem Sparbeitrag bereit - und hofft damit, Entlassungen vermeiden zu können.

Christian Beutler / KEYSTONE

Das Verdikt ist deutlich: 90 Prozent des Swiss-Kabinenpersonals ist bereit, einschneidende Sparmassnahmen zu akzeptieren. Deren Gewerkschaft Kapers hatte mit der Fluggesellschaft ein Spar-Paket ausgehandelt, über das die Mitglieder in den vergangenen Wochen abstimmen konnten.

Kapers-Präsidentin Sandrine Nikolic-Fuss bestätigt das Resultat auf Anfrage: «Es zeigt, dass sich die Crew der Grössenordnung dieser Krise bewusst ist und bereit ist, einen signifikanten Beitrag zu leisten, damit die Swiss ohne Entlassungen durch die Krise kommen kann.»

Mutierte Viren und fehlende US-Flüge

Dafür muss sich die Buchungslage allerdings in den nächsten Wochen und Monaten massiv verbessern. Im Dezember verzeichnete der Flughafen Zürich ein Minus von 85 Prozent bei den Passagierzahlen. Die verstärkten Einreisebestimmungen, auch in Folge des mutierten Corona-Virus in Grossbritannien und Südafrika, bremsten die Markterholung deutlich. Insbesondere die lukrativen Nordamerika-Flüge fehlen der Swiss und ihrer Konkurrenz.

Immerhin: Dank der Annahme des Sparpakets läuft für die Swiss-Flight Attendants ihr Gesamtarbeitsvertrag bis 2024 weiter. Allerdings müssen die Angestellten auf allen Lohnstufen Abstriche machen. Zwar gibt es nach wie vor Kurzarbeitsentschädigung. Doch jene, die unter 4000 Franken verdienen, erhalten ab März bis Dezember nur noch 95 Prozent des Lohns. Bis dahin bezahlte die Swiss die Differenz auf 100 Prozent. Im Jahr 2022 entfällt für alle der 13. Monatslohn. Und 2023 gibt es keine Lohnerhöhung.

1000 Stellen fallen weg

Mit diesen und weiteren Massnahmen spart die Swiss laut Kapers zehn Prozent der Kosten beim Kabinenpersonal, was rund 75 Millionen Franken über die nächsten drei Jahre hinweg entspricht.

Thomas Klühr, der Ende Jahr als Swiss-Chef abgetreten ist und den Steuerknüppel an den Schweiz-Belgier Dieter Vranckx übergeben hat, kündigte im Oktober an, dass die Airline in den nächsten zwei Jahren 1000 Stellen abbauen müsse.