Deutschland

Lokführer im Streik: Deutsche Züge stehen still

Lokomotiven der Deutschen Bahn stehen still - wegen Streiks

Lokomotiven der Deutschen Bahn stehen still - wegen Streiks

In Deutschland haben Millionen Bahnreisende erneut mit Zugausfällen und Verspätungen zu kämpfen: Die Lokführergewerkschaft GDL weitete ihren Streik bei der Deutschen Bahn (DB) in der Nacht auf Personenzüge aus.

Wie eine Sprecherin der Bahn bestätigte, begann der Ausstand im Personenverkehr um 2.00 Uhr. Voraussichtlich fahre nur jeder dritte Fernzug, im Regionalverkehr sollen 15 bis 60 Prozent der Verbindungen aufrecht erhalten werden.

Etwa ein Drittel der Fernzüge fahre, sagte die Bahn-Sprecherin in Berlin. Sie verwies auf den Ersatzfahrplan, der wegen des Streiks in Kraft trat. Er war auf der Website der Bahn abrufbar.

Der Streik im Personenverkehr soll insgesamt 43 Stunden dauern und am Donnerstagabend zu Ende gehen. Der Güterverkehr wird seit Dienstagnachmittag und noch bis Freitagmorgen bestreikt. Grund ist der seit zehn Monaten andauernde Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der GDL. In dem Arbeitskampf ist es bereits der siebte Streik der Lokführer.

Hohe Kosten

Der erneute Ausstand bei der Deutschen Bahn wird die deutsche Wirtschaft laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung (Mittwochsausgabe) erneut einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet demnach durch den für 66 Stunden angesetzten Streik beim Güterverkehr mit Einbussen bei den Unternehmen von weit mehr als 100 Mio. Euro.

"Dauert ein Streik mehrere Tage, kommen leicht über 100 Millionen Euro täglich als Streikkosten auf die Unternehmen zu", sagte DIHK-Chefökonom Alexander Schumann der "Bild".

Die Bahn-Sprecherin wollte zu den Kosten des Streiks für ihr Unternehmen zunächst keine Angaben machen. Die DB hatte mit Unverständnis auf den neuen Arbeitskampf reagiert. "Einen Meter vor der Ziellinie", dem gewünschten Zwischenergebnis, habe die GDL wieder zu Streiks aufgerufen, sagte Personalchef Ulrich Weber am Dienstag mit Blick auf die Verhandlungen mit der GDL.

Die Deutsche Bahn verhandelt derzeit parallel mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der GDL, da sich beide Gewerkschaften nicht auf Spielregeln für ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten. Beide Gewerkschaften wollen Tarifabschlüsse für alle ihre Mitglieder erreichen. Der Konzern will dabei unterschiedliche Ergebnisse für ein und dieselbe Berufsgruppe verhindern.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1