Lohn

Lohnbuch: Lehrer verdient 6700 Franken

«Finanzkrise zementiert Löhne»

«Finanzkrise zementiert Löhne»

An den Löhnen 2010 sind die Folgen der Wirtschaftskrise ablesbar. Im besten Fall stiegen sie bis zu einem Prozent, aber es gab viele Nullrunden, vereinzelt auch Senkungen.

Hans Lüthi

Das Standardwerk für alle Personalchefs hat auch politisch eine hohe Bedeutung. Es wurde geschaffen, um im Rahmen der bilateralen Verträge mit der EU die Schweizer vor Lohndumping und Billiglöhnen zu schützen. Umso grösser das Bedauern in der ganzen Deutschschweiz, als der Aargau 2009 auf die Herausgabe verzichtete. «Nach Einstellung des Aargauer Lohnbuches war rasch klar, dass die Reihe fortgesetzt werden muss.» Das schreibt Bruno Sauter, Chef im Amt für Wirtschaft und Arbeit, zum ersten Zürcher Lohnbuch 2010. Als Verfasser hat Philip Mülhauser den Kanton gewechselt, «ein Glücksfall», meinen die Herausgeber.

14614 Franken für Direktor

Im grossen Buch über die Mindestlöhne und die orts- und berufsüblichen Löhne sind Tausende konkrete Beispiele aufgeführt. «Unsere Optik hat sich mit dem Wechsel vom Kanton Aargau auf den Kanton Zürich verschoben», erklärt der Autor. Das gilt für den ganzen öffentlichen Bereich mit Gerichten, Polizei, Feuerwehr und Lehrerschaft. So ist der Flughafen-Direktor zu finden, mit 14614 Franken Monatslohn – genau gleich viel wie der Präsident des Evangelischen Kirchenrates und der Chef des Steueramtes. Ein Amtschef bekommt 10317 Franken, ein Chauffeur 4124 Franken.

Die Berufsschullehrer sind mit 6969 Franken aufgeführt. Zu den Lehrpersonen generell sagt Autor Mülhauser: «Die Lehrer im Kanton Zürich haben kaum mehr Lohn als jene im Aargau.» Das System der Berechnung sei jedoch anders, das verunmögliche direkte Vergleiche. Alle durch einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) geregelten Löhne sind im Buch fett gedruckt und für die ganze Schweiz gültig, die statistisch erfassten Löhne sind kursiv.

Stagnation in vielen Bereichen

Selbst im Vergleich zum vorletzten Jahr stagnieren viele Löhne, wie die untenstehende Tabelle zeigt. Die meisten gewerblichen Berufe konnten sich nicht gross verbessern, die Verkäuferinnen der Migros haben 100 Franken mehr in der Lohntüte. Ganz am Schluss der Liste steht – wie seit Beginn der Mindestlöhne – die Pferdepflegerin, obschon ihr Job ja nicht anspruchslos ist. Zum starken Rückgang bei den Informatikern betont Mülhauser, das sei eine extrem schnelllebige Branche. «Wer sich hier nicht permanent weiterbildet, erreicht den Lohnzenit bereits mit 30 oder 40 Jahren.» Bei den Journalisten ist der Lohn nach GAV berechnet, doch dieser ist seit Jahren ausser Kraft und damit nicht mehr bindend.

Bezug Lohnbuch 2010: Für 65 Franken im Verlag Orell Füssli, Zürich, Herausgeber AWA des Kantons Zürich.

Lesen Sie die ganze Lohnliste in der Aargauer Zeitung

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