Schokolade

Lindt & Sprüngli verzeichnet massiven Gewinneinbruch

Süsse Träume des Schokoladenherstellers (Archiv)

Süsse Träume des Schokoladenherstellers (Archiv)

Lindt & Sprüngli hat im vergangenen Jahr einen massiven Gewinnrückgang hinnehmen müssen: Unter dem Strich verdiente der Schokoladenhersteller noch 193,1 Mio. Franken. Das ist gut ein Viertel weniger als im Vorjahr.

Der operative Gewinn (EBIT) sank ebenfalls um 26,7 Prozent auf 264,8 Mio. Franken, wie der Konzern bekannt gab. Der Umsatz ging - wie bereits im Januar mitgeteilt - um 1,9 Prozent auf 2,525 Mrd. Fr. zurück.

Damit hat Lindt & Sprüngli die Erwartungen der Analysten getroffen. Diese hatten laut der Finanznachrichtenagentur AWP mit einem EBIT von 264 Mio. und einem Reingewinn von 194 Mio. Fr. gerechnet.

Schuld am Rückschlag ist die Wirtschaftskrise. Der gesamte Schokoladenmarkt sei erstmals seit zehn Jahren geschrumpft, erklärte Lindt & Sprüngli. Die Konsumenten würden vermehrt zu Billigschokolade und zu Handelsmarken der Discounter greifen.

Zudem kosteten die Schliessungen von Lindt-Boutiquen in den USA, die schlecht liefen, mehrere Millionen. Eine Stange Geld verschlang auch die Zusammenlegung von Warenlagern in Italien.

Zu schaffen machte der Traditionsmarke aus Kilchberg ZH zum Teil rekordhohe Rohstoffpreise, besonders für Kaffeebohnen, sowie Liquiditätsengpässe bei den Distributoren und Währungsschwankungen. Darüber hinaus reisten wegen der Wirtschaftskrise weniger Leute im Flugzeug, was auf die Verkäufe in den Duty-Free-Läden an den Flughäfen schlug.

Umso erfreulicher sei es, dass Lindt und Ghirardelli in den USA einmal mehr die beiden am schnellsten wachsenden Edel-Schokolademarken gewesen seien und substanzielle Marktanteile gewonnen hätten, hiess es weiter. Das Wachstum in Europa sei dagegen verhalten geblieben, weil die Konsumentenstimmung meist negativ sei und die Handelspartner vorsichtig disponiert hätten.

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