Die Schuldenkrise und die instabilen Währungen vieler Staaten hätten weitherum bei Konsumenten und beim Detailhandel für Unsicherheit und Zurückhaltung gesorgt, sagte Lindt & Sprüngli-Chef Ernst Tanner am Donnerstag auf der Bilanzmedienkonferenz in Kilchberg ZH. Viele Geschäfte seien gerade im wichtigen Weihnachtsgeschäft vorsichtig mit Bestellungen gewesen.

Dennoch habe Lindt & Sprüngli die langfristigen Ziele erreicht. Die Verkäufe in Lokalwährungen seien um 6 Prozent gestiegen, während die Schokoladenmärkte stagniert hätten oder geschrumpft seien, erklärte Tanner. Der Konzern habe Marktanteile gewonnen.

Einen Strich durch die Rechnung machte allerdings der starke Franken. Dieser sorgte für einen Umsatzrückgang von 3,5 Prozent auf 2,489 Mrd. Franken. Ohne die Franken-Aufwertung wäre der Umsatz seit dem Rekordjahr 2007 insgesamt gut ein Viertel höher, sagte Tanner.

Mehr Gewinn

Dennoch hat der Konzern im vergangenen Jahr mehr verdient, weil die Kosten gesenkt wurden. Der Betriebsgewinn legte um 1 Prozent auf 328,7 Mio. Fr. zu. Unter dem Strich konnte Lindt & Sprüngli den Reingewinn um 1,9 Prozent auf 246,5 Mio. Fr. steigern. Damit ist das Unternehmen nicht mehr allzu weit von den Boomjahren 2007 und 2008 entfernt, als Lindt & Sprüngli mehr als 250 Mio. Fr. Reingewinn eingefahren hatte.

Besonders erfreulich sei das Geschäft in den wichtigsten Ländern USA (+9,7 Prozent), Deutschland (+7 Prozent) und Frankreich (+10,3 Prozent) verlaufen. In der Schweiz konnte Lindt & Sprüngli um 1,4 Prozent zulegen, während der hiesige Schokoladenmarkt um 3,2 Prozent geschrumpft sei, sagte Tanner.

Beim Verkauf von Pralinen habe man hierzulande den höchsten Marktanteil der Unternehmensgeschichte erzielt. Und der letztes Jahr eingeführte Schokoladenbär habe das Weihnachtsgeschäft beflügelt.

Schokobär soll Goldhase werden

Der neue Lindt-Teddybär solle ebenso zur Ikone des Weihnachtsgeschäft werden wie es der Goldhase im Ostergeschäft sei, sagte Tanner. Man habe bereits im ersten Jahr über 30 Mio. Bären weltweit verkauft. Zum Vergleich: Von den Goldhasen gingen rund 150 Mio. Stück über den Ladentisch.

Positiv habe sich auch der Absatz in Hongkong entwickelt, das für den Schokoladehersteller ein wichtiger Zugang zum chinesischen Markt ist. Lindt & Sprüngli will den Chinesen Schokolade schmackhaft machen. Diese greifen bisher kaum zu.