Olten

Lindt & Sprüngli investiert 30 Millionen in mehr Kapazität

Die Lindt & Sprüngli Schweiz AG investiert an der Industriestrasse in Olten in ein neues Produktions- und Verladegebäude.

Lindt & Sprüngli Schweiz AG schreitet zu einer markanten Investition in den Produktionsstandort Olten. Mehr als 30 Millionen Schweizer Franken fliessen im laufenden Jahr in Ausbau und Kapazitätssteigerungen des sogenannten Lindt Cocoa Centers in Olten. Dort nämlich wird Kakaomasse für die europäischen Lindt-Werke innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks hergestellt.

Das Schweizer Unternehmen mit einer fast 175-jährigen Tradition, einem Jahresumsatz von 4'088 Millionen Franken (2017) und mehr als 20 Arbeitsstellen in Olten will den Standort Schweiz kontinuierlich stärken und investiert jedes Jahr in den Ausbau seiner Werke. In diesem Jahr liegt der Fokus auf der Erweiterung des grössten Kakaomasse-Werkes der gesamten Unternehmensgruppe. Mehr als 30 Millionen Schweizer Franken werden im laufenden Jahr in den Ausbau und die Modernisierung des weltweiten Lindt-Kompetenzzentrums für Kakaomasse in Olten fliessen.

Die neuen Kapazitäten in Olten, die ab Frühjahr 2019 zur Verfügung stehen, unterstützen das künftige Wachstum der gesamten Lindt & Sprüngli Gruppe. In Olten entstehen dadurch auch weitere Arbeitsplätze. «Wie viele es sein werden, lässt sich derzeit aber noch nicht sagen», wie Nathalie Agosti, Mediensprecherin des Schokoladeproduzenten, auf Anfrage erklärt.

Das Werk Olten: Lindt & Sprüngli nach dem rund 30 Millionen Franken schweren Ausbau.

Das Werk Olten: Lindt & Sprüngli nach dem rund 30 Millionen Franken schweren Ausbau.

Freude in Olten

Für Oltens Stadtpräsident Martin Wey ist das Signal der Lindt & Sprüngli ein äusserst positives. «Wir haben eine Riesenfreude daran», meint er. Das Vorhaben des Schokoladeunternehmens sichere den Schoggigeschmack in der Luft, den man so gerne wahrnehme. Der Stadtrat sei bereits im Vorfeld des Baugesuchs über das Vorhaben informiert worden, so Wey weiter. «Vor allem aber geht damit auch eine attraktive Adressbildung einher, erhält das Industriequartier eine weitere Auffrischung.»

Auch baurechtliche Hürden erwachsen dem Projekt offenbar keine. Das publizierte Baugesuch, welches vom Neubau des Produktions- und Verladegebäudes an der Industriestrasse spricht, ist nach Ablauf der Frist ohne Einsprachen geblieben, wie Adrian Balz, Leiter Baudirektion auf Anfrage erklärt. Er rechnet damit, dass das Baugesuch ab Mitte Februar zur Genehmigung vorliegen dürfte. «Killerfaktoren sind mir keine bekannt», so Balz. Und bezüglich der laufenden Abbrucharbeiten meint er, diese seien bewilligt.

Lindt & Sprüngli ist gemäss eigenen Angaben «ein Unternehmen, das jeden einzelnen Schritt der Schokoladeproduktion, von der Auswahl der Kakaobohnen bis hin zum fertigen Produkt unter eigener Kontrolle hat». Brancheninsider sprechen in diesem Zusammenhang von «bean to bar». Das Werk in Olten ist das grösste Werk der Gruppe, welches für den ersten Produktionsschritt, der Veredelung der Kakaobohnen zu Kakaomasse, verantwortlich ist. «So gilt die Expansion des Lindt Cocoa Centers als Schlüsselprojekt für den Standort Schweiz und sichert nachhaltig die Versorgung von Kakaomasse der Produktionsstätten in Europa», so die Medienstelle der Firma.
Neben der Kapazitätssteigerung im Rösten von Kakaobohnen und einer neuen Verladehalle ist auch die Installation einer hochmodernen Forschungsanlage für Tests an Bohnen, Rezepturen und Verfahren geplant. Auch weitere Bereiche werden dem neuesten Stand der Technik angepasst.

Aus Westafrika

Die vorwiegend aus Westafrika und südamerikanischen Anbaugebieten für Edelkakao stammenden Bohnen werden per Schiff in die Niederlande und danach per Bahn nach Olten transportiert. Der optimale Anschluss an die Bahninfrastruktur war daher entscheidend für die Ansiedlung in der Nähe des Hauptsitzes in Kilchberg ZH.
Heute werden die Kakaobohnen in mehr als 400 Bahnwaggons pro Jahr angeliefert und in die für das Werk charakteristischen Silos zur Weiterverarbeitung eingelagert. Die produzierte Kakaomasse wird an die Produktionsgesellschaften in der Schweiz, Deutschland, Italien und Frankreich geliefert. «In jedem dieser Werke findet die Verarbeitung und Veredlung vor Ort nach strengstem Schweizer Standard statt», so die Medinestelle weiter.

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