In der Affäre Vincenz bleibt kein Stein auf dem anderen. Dass Liechtenstein den Zürcher Ermittlern nach einem Rechtshilfegesuch in der Affäre Vincenz geholfen hat, ist bekannt. Nun schreibt das Branchenportal «Inside Paradeplatz» am Mittwochmorgen, dass Liechtenstein danach selber ein Verfahren gegen den ehemaligen Raiffeisen-Chef eröffnet habe.

Gemäss «Inside Paradeplatz» soll die Justiz im Ländle nicht nur den Zürchern mit Infos ausgeholfen haben, nachdem diese ein Rechtshilfegesuch gestellt hatten. Die Liechtensteiner seien auch selber aktiv geworden. Es gehe um mutmassliche Überweisungen via Fürstenbank LGT. Robert Wallner, Staatsanwalt und oberster Ermittler im Fürstentum, bestätigt gegenüber dem Portal: «Wir haben im Nachgang zu Anfragen aus Zürich ebenfalls ein Strafverfahren eröffnet.» Dieses richtet sich laut Wallner «gegen mehrere Personen». Mehr könne er nicht sagen.

Pierin Vincenz war bis vor knapp drei Jahren als Chef von Raiffeisen der vielleicht einflussreichste Banker in der Schweiz. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich ermittelt in Sachen ungetreue Geschäftsbesorgung gegen den 61-Jährigen und einen seiner Mitstreiter. Ins Rollen gebracht hat die Strafuntersuchung der Verwaltungsrat der Aduno-Gruppe, der am 21. Dezember 2017 Strafanzeige gegen die beiden verdächtigen Personen eingereicht hatte.