Aktien

Lieber kein Depot mehr bei der UBS

Die Anleger vertrauen der UBS weniger als auch schon.

Die Anleger vertrauen der UBS weniger als auch schon.

Die geplatzte Internet-Blase und die Finanzkrise haben Aktienanlagen unattraktiv gemacht. Besonders stark davon betroffen ist die Grossbank UBS.

Die UBS ist über den Berg. Und das ist gut so. Dass sie aber zwei sehr schwierige Jahre hinter sich hat, zeigt jetzt auch ein Blick in die neuste Studie «Aktienbesitz in der Schweiz» der Universität Zürich. Die Umfrage des Institutes für Banking und Finance macht klar: Das Vertrauen der Anleger in die UBS hat in den letzten zwei Jahren stark gelitten – stärker jedenfalls als bei jedem anderen Institut. Studienleiter Urs Birchler sagt: «Ein beträchtlicher Anteil jener Kunden, die in unserer Befragung 2008 noch angaben, über einen Wechsel nachzudenken, haben diesen offenbar auch vollzogen.» Konkret reduzierte der Anteil derjenigen Aktionäre, welche eine Grossbank als Hauptbank nannten, um 8 Prozentpunkte auf noch 31 Prozent (siehe Tabelle). Dabei geht der Rückgang «nahezu ausschliesslich zulasten der UBS», wie die Studie festhält.

Profitiert davon haben aber weder Konkurrentin CS noch die Kantonalbanken. Sondern vor allem die Postfinance, die Regio- und Raiffeisenbanken sowie auch die Bank Coop und die Migros Bank. Tröstlich für die UBS ist aber, dass mittlerweile das Vertrauen der Schweizer Kunden wieder intakt zu sein scheint. Vier von fünf UBS-Kunden denken jedenfalls nicht mehr über einen Wechsel nach.

Die Finanzkrise hat zudem viele Anleger zu einem Verkauf ihrer Aktien motiviert. Während der Anteil Aktionäre von 1995 bis 2000 kontinuierlich angestiegen war, konkret von 10 auf fast 35 Prozent, ist diese Zahl nach dem Platzen der Internet-Blase und während der Finanzkrise wieder deutlich gesunken. Aktuell geben nur noch 17 Prozent der Befragten an, selbst Aktien zu besitzen. Besonders bitter für die Banken: Es sind vor allem reiche und damit lukrative Kunden mit einem Vermögen von über 500000 Franken, die ihren Aktienbesitz reduziert haben.

Für Birchler hängt das mit der enttäuschenden Kursentwicklung der letzten Jahre zusammen: «Die Gewinne verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren.» Es sei aber auch eine Reaktion auf das «institutionalisierte Zwangssparen» im Rahmen der Pensionskassen. Denn in der Altersvorsorge sind alle von uns mehr oder weniger grosse Aktionäre.

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