Nach dem gestrigen Entscheid der Schweizerischen Nationalbank rasselte der Euro-Kurs erst mal in den Keller. Gegen Abend pendelte er sich auf einem tiefen Niveau von 1,04 wieder ein. Mit ihrem starken Franken können die Importeure jetzt billiger im Ausland einkaufen. Davon sollten auch wir profitieren.

Wahrscheinlich müssen wir aber noch etwas länger darauf warten. Die drei grossen Detailhändler Migros, Aldi Suisse und Coop erklären einstimmig: Für eine Prognose ist es noch zu früh. 

Längerfristig dürften die Preissenkungen aber in den Ladenregalen ankommen. So sagt Coop-Pressesprecher Urs Meier: «Sobald die Euro-Vorteile bei uns in der Beschaffung wirksam werden, gibt Coop alle Vorteile an ihre Kundinnen und Kunden weiter»

Coop setze sich konsequent dafür ein, dass die Lieferanten die Wechselkursvorteile nicht für sich behalten. Verzögerungen gäbe es allerdings dort, wo grössere Lagerbestände vorhanden seien oder wo Wechselkursvorteile nicht weitergegeben würden. 

Von der Euroabschwächung betroffen, seien bei Coop unter anderem folgende Produkte: Früchte und Gemüse, Konserven, Tiefkühlprodukte, Babynahrung, Backwaren sowie Damen- und Babyhygiene. 

Auch Aldi und Migros warten noch ab
Bei der Migros ist man auch noch länger nicht so weit: «Im Moment hat der Eurokurs noch keine Auswirkungen auf Produktpreise», sagt Migros-Pressesprecherin Monika Weibel. Längerfristig könne es aber gut sein, dass Verträge neu ausgehandelt werden. Bei Gemüsen und Früchten, wo Verträge kurzfristig ausgehandelt werden, kommen die Preissenkungen schneller an. 

 
Philippe Vetterli von Aldi Suisse erklärt, dass Aldi bemüht sei, Preisvorteile jederzeit direkt an die Kunden weiterzugeben. «Diese Strategie werden wir weiter konsequent verfolgen. Daher werden die nächsten Tage zeigen, in welche Richtung es gehen wird», sagt Vetterli. (rar/meg/dwi) 

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