Mit der Flexibilisierung könnten ausserdem Personal-Engpässe aufgefangen werden, sagte Swiss-Sprecherin Susanne Mühlemann auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA zu einer vorab veröffentlichten Meldung der Zeitung "Sonntag".

Provisorische Lösung

Die Vereinbarung, dass Piloten freiwillig zwei Jahre länger arbeiten können, ist Teil einer Übergangsregelung nach dem Auslaufen des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) Ende Jahr. Auf diese haben sich die Fluggesellschaft und die Pilotengewerkschaft Aeropers diese Woche geeinigt. Einen neuen GAV haben die Sozialpartner noch nicht ausgehandelt.

Damit die Piloten in ordentlichen Vertragsverhältnissen arbeiten könnten und der reguläre Flugbetrieb gesichert sei, habe man sich nun auf eine provisorische Lösung vorerst für das erste Quartal 2011 geeinigt, sagte Mühlemann.

Aeropers-Geschäftsführer Henning Hoffmann geht davon aus, dass die Regelung darüber hinaus weitergeführt und auch in einen neuen GAV aufgenommen wird. Das flexible Pensionsalter bringe eine gewisse Erleichterung der Arbeitsbedingungen, sagte er der SDA. Freitage und Ruhezeiten könnten dank dem zusätzlichen Personal besser eingeteilt werden.

Piloten fehlen

Er rechnet damit, dass mehr als die Hälfte der 909 Airbus-Piloten die zusätzlichen zwei Jahre in Anspruch nehmen würden. Beim heutigen Wachstum der Swiss fehlen nach Angaben von Hoffmann pro Jahr mehrere Dutzend neuer Piloten.

Diesem Missstand müsse nicht nur bei der Pensionierung, sondern auch bei der Ausbildung begegnet werden, sagte er. Wenn man genügend Nachwuchs anwerben wolle, müsse man gute Arbeitsbedingungen und attraktive Einstiegsgehälter bieten.

Hauptgrund für den Pilotenmangel bei der Swiss ist der Ausbau der Flotte in den letzten Jahren. Der Fluggesellschaft gelingt es derzeit nicht, die Klassen ihrer Lehrgänge zu füllen.