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Lange Schlangen am Check-In ärgern Passagiere – und die Sicherheitsleute

Langen Schlangen vor dem Sicherheitscheck im Flughafen sind zu einem Problem geworden. (Archivbild)

Langen Schlangen vor dem Sicherheitscheck im Flughafen sind zu einem Problem geworden. (Archivbild)

Das Geschäft der Airlines läuft, doch der internationale Terrorismus bleibt ihr grösster Feind. Auf den Flughäfen werden nicht nur Passagiere strenger kontrolliert, sondern auch das Personal. Gleichzeitig sind die langen Schlangen bei den Sicherheitschecks auf Flughäfen zu einem Problem geworden.

Der Absturz des Metrojet-Airbus im Sinai und die Attentate vom April in Brüssel werfen einen Schatten auf die sonst prosperierende Flugbranche. Das zeigt sich am diesjährigen Jahrestreffen der International Air Transport Association, Iata, in Dublin. Auch der Unfall der Egypt-Air-Maschine von vor zwei Wochen ist noch nicht geklärt. Auch wenn nach jüngsten Berichten technische Probleme in den Vordergrund gerückt sind, auszuschliessen ist ein terroristischer Akt nicht.

Der Fokus richtet sich heute vermehrt auf die Aktivitäten am Boden. Auf den Flughäfen werden nicht nur Passagiere strenger kontrolliert, sondern auch das Personal. Gleichzeitig sind die langen Schlangen bei den Sicherheitschecks auf Flughäfen zu einem Problem geworden. Sie sind nicht nur ein Ärgernis für Passagiere, sondern auch – paradoxerweise – für die Sicherheit. Menschenmassen stellen eine Zielscheibe dar, sagte Iata-Chef Tony Tyler. Deshalb sei es wichtig, dass solche Kontrollen sehr schnell und effizient durchgeführt werden.

Passagierdaten speichern

Iata hat sich in dieser Frage mit dem Flughafen-Verband ACI zusammengetan. Das Smart Security System soll risikobasiert sein und neuste verfügbare Techniken einsetzen. Letztlich sei die Sicherheit am Boden aber in der Verantwortung der nationalen Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste, «die Terroristen weit weg von den Flughäfen stoppen müssen». Die Fluggesellschaften helfen ihrerseits den Behörden bei der Prüfung und beim Speichern von Passagierdaten. «Die Tatsache, dass die Behörden wissen, wer bei ihnen landen wird, sei eine Möglichkeit der Risikoabschätzung, sagt Tyler. Iata habe mit den internationalen Organisationen wie Icao (Zivilluftfahrtbehörde), Interpol, der Internationalen Organisation für Migration und der Welt-Zollbehörde zusammengearbeitet.

Schliesslich werde die IT-Sicherheit immer wichtiger. «Unsere elektronisch vernetzte Welt ist verletzlich und anfällig auf Hacker-Angriffe, die ein Chaos verursachen könnten.»

Dafür geht es den Fluggesellschaften wirtschaftlich so gut wie noch nie. In diesem Jahr erwartet die Branche einen Rekordgewinn in der Höhe von 39,4 Milliarden Franken (2015: 35,3 Mrd., 2014: 13,7 Mrd.), und es wird das siebte Jahr mit Gewinn sein. Das ist im Wesentlichen auf die Ölpreise zurückzuführen, die sich gegenüber 2014 fast halbiert haben. Gleichzeitig ist die weltweite Passagierzahl von 3,33 auf 3,57 Milliarden gestiegen. Tony Tyler war sichtlich bemüht, die Rekordgewinne herunterzuspielen. Die Fluggesellschaften erzielen derzeit einen Gewinn von 10.42 Dollar pro Passagier. Ausserdem müsse man die Vergangenheit anschauen. Es gab einige Jahre mit Verlusten und noch mehr Jahre, in denen die Kapitalkosten nicht verdient wurden. Jetzt sei es an der Zeit, dass die Fluggesellschaften ihre Bilanzen in Ordnung bringen, erklärte der Iata-Chef.

Die Flugkonjunktur habe sich vom allgemeinen Konjunkturzyklus entkoppelt, sagt Iata-Ökonom Brian Pierce. Trotz schwacher Wirtschaft wächst die Passagierfliegerei munter weiter. Die Aussichten sind nicht schlecht. Absicherungskontrakte für Treibstoffpreise laufen aus, sodass die Treibstoffkosten nochmals sinken werden. Pierce rechnet damit, dass die Flugpreise um sieben Prozent fallen werden. Ein wichtiger Effekt sei die steigende Auslastung der Flugzeuge. Schwach hingegen dürfte das Frachtgeschäft bleiben, mit Ausnahme von Indien, wo die Fracht mit 20 Prozent nach oben schiesst.

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