Logistik

Kühne+Nagel verdient über 20 Prozent weniger als im Vorjahr

Kühne+Nagel muss Gewinnrückgang hinnehmen

Kühne+Nagel muss Gewinnrückgang hinnehmen

Zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft hat die globale Rezession den internationalen Logistik-Konzern Kühne + Nagel 2009 gebremst. Unter dem Strich gelang es dem Unternehmen mit Sitz in Schindellegi SZ, die Folgen der Krise mit harten Sparmassnahmen einzudämmen.

Der Umsatz ging verglichen mit 2008 um 19,4 Prozent auf 17,4 Mrd. Fr. zurück und der Gewinn fiel um 19,9 Prozent auf 467 Mio. Franken, wie die in Zürich präsentierten Konzernzahlen deutlich machen. Auch beim Betriebsergebnis (vor Zinsen und Steuern, EBIT) zeigt sich ein Rückgang um 19,3 Prozent auf 594 Mio. Franken.

Auf dem Gewinn lasten 35 Mio. Fr. Rückstellungen wegen einem Kartellverfahren in den USA. Die Unternehmensleitung hofft, dieses noch im laufenden Halbjahr abschliessen zu können. Ohne diesen Posten hat Kühne + Nagel die Voraussagen der von der Finanznachrichtenagentur AWP befragten Analysten in etwa erfüllt.

Als zentrale Messgrösse dient dem Konzern indessen der Rohertrag, der von 6,25 Mrd. Fr. auf 5,86 Mrd. zurückging, ohne Währungseinflüsse aber um 1,3 Prozent anwuchs. Der Rohertrag ist angesichts schwankender Frachtraten weniger volatil als der Umsatz. Ein Logistikunternehmen kann die sich verändernden Frachtraten normalerweise nicht sofort an die Kunden weiterreichen.

Während im ersten Halbjahr der Welthandel massiv lahmte, verbesserte sich in der zweiten Jahreshälfte die Marktsituation wieder, nicht zuletzt dank der staatlichen Hilfsprogramme. Im Gleichklang mit dieser Entwicklung sanken und stiegen die Frachtraten.

"Die Krise wurde sehr gut gemeistert", sagte Klaus-Michael Kühne, dem das in Deutschland gegründete Traditionsunternehmen mehrheitlich gehört. Das Unternehmen habe angesichts eines "beispiellosen" Nachfrageeinbruchs weltweit Marktanteile gewonnen, so Karl Gernandt, Delegierter des Verwaltungsrates.

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