Die Hochglanzbroschüren und Feel-Good-Websites würden den Konsumentinnen und Konsumenten das Gefühl geben, dass die Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen würden, schreibt die EvB in einer Mitteilung.

In Wahrheit seien solche Einzelprojekte nur ein Tropfen auf den heissen Stein, da mit ihnen nur ein geringer Teil des Schweizer Kakaobedarfs gedeckt werde. Laut EvB wissen die Unternehmen nach wie vor nicht, woher genau der Grossteil ihrer Kakaobohnen stammt.

Für die meisten Bauern habe sich die Lage deshalb nicht verändert. Immer noch müssten sie unter prekären Bedingungen arbeiten. Auch Kinderarbeit sei noch verbreitet.

Immerhin sei die Bereitschaft, über die Lieferketten und die Einkaufspolitik Auskunft zu geben, in letzter Zeit enorm gestiegen, schreibt die EvB weiter. 10 von 18 Firmen hätten an einer kürzlich durchgeführten Umfrage zu diesen Themen teilgenommen.

Bei einer vergleichbaren Umfrage im Jahr zuvor hatte erst eine Firma einen ausgefüllten Fragebogen zurückgeschickt.

Von den acht, die keine Stellung beziehen wollten, hätten vier immerhin zum Teil Auskunft gegeben. Nur vier Konzerne würden sich weiter komplett in Schweigen hüllen. Laut EvB sind dies Pfister, Villars, Gysi und "die notorischen Geheimniskrämer" von Nestlé.

Chocosuisse bezeichnete in einer Mitteilung die Vorwüfe der EvB als "Verunglimpfung der Schweizer Schokoladehersteller". Seit den Medienberichten über unmenschliche Arbeitsbedingungen und missbräuchliche Kinderarbeit im Kakaoanbau beschäftige sich die Schweizer Schokoladeindustrie "insensiv mit den sozialen Aspekten".