Die Bank Coop wirbt mit dem Slogan «Fair Banking». Dies heisse, schreibt sie auf ihrer Homepage, «zuverlässige Bankdienstleistungen zu fairen Konditionen» anzubieten. Doch genau dies hat die Tochter der Basler Kantonalbank für ein Mal gar nicht geschafft.

Das Geldhaus versandte Kontoauszüge an falsche Adressen. Gemäss einer Sprecherin weiss die Bank Coop noch nicht einmal, wie viele ihrer Kunden betroffen sind. Die Zahl der Betroffenen dürfte erheblich sein. Gemäss der neuesten Ausgabe des «Blick» erhielten offenbar gar Leute irrtümlich die Unterlagen von Kunden, die im gleichen Ort wohnen. Das Geldhaus schrieb in einem Communiqué: «Die Bank Coop bedauert diesen Fehler und entschuldigt sich bei den betroffenen Kunden in aller Form.» Ob sie und allenfalls wie sie dafür entschädigt werden sollen, will die Bank intern jetzt abklären.

Ausgelöst hat die peinliche Panne die Einführung eines neuen Programms für die Punkteübersicht des Supercard-Programms des Detailhändlers Coop, an dem sich die Bank beteiligt. Deren Kunden können sich Guthaben des Programms auf ihre Konten gutschreiben lassen. «Die Einzelheiten, wie es zu diesem Fehler kommen konnte, werden detailliert abgeklärt», schreibt die Bank. Die Empfänger der fehlgeleiteten Unterlagen will die Bank «in den nächsten Tagen kontaktieren», um diese zu bitten, diese zurückzusenden.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft

Die Basler Staatsanwaltschaft hat aufgrund der Medienberichte ein „polizeiliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf fahrlässige Verletzung des Bankgeheimnisses eröffnet, wie Mediensprecher Peter Gill gegenüber der Nordwestschweiz bestätigt. Und ein Pressesprecher der Finanzmarktaufsicht (Finma) sagt: „Wir sind von der Bank informiert worden über den Vorfall. Wir gehen dem Sachverhalt nach und wollen wissen, wie es dazu kommen konnte."