Ursula Nold, Präsidentin der Migros-Delegiertenversammlung und somit höchste Migros-Vertreterin, fordert in einem Interview mit der „Schweiz am Sonntag" mehr Privilegien für die Genossenschaftsmitglieder. „Ich bin überzeugt, dass die 2.11 Millionen Genossenschafter nach wie vor das Rückgrat der Migros bilden", sagt Nold. „Wir haben eine einzigartige Community, die die Migros noch besser nutzen sollte."

Die Genossenschaft bewahre schliesslich das Migros-Gedankengut, während Cumulus in erster Linie ein Marketingprogramm sei. Heute würden die Genossenschafter ein umständliches Gutscheinbüchlein erhalten. „In Zukunft möchten wir den Mitgliedern vermehrt Angebote in den Regionen bieten, zum Beispiel vergünstigte Tickets für einen Ausflug auf einen Berg", sagt Nold in der „Schweiz am Sonntag".

„Vielleicht erhält der Genossenschafter eine VIP-Cumulus-Karte, und dann gibt es einen Tag mit mehrfachen Cumulus-Punkten nur für Genossenschafter." Auch Besichtigungen in den zahlreichen Migros-Fabriken seien vorstellbar. In den den regionalen Genossenschaften gäbe es viele Ideen. Nold geht es um die Wahrung des Migros-Gedankenguts. „Wir haben viele Mitglieder, die die Gründungsgeschichte der Migros noch miterlebt haben. Aber irgendwann kennt man Duttweiler und seine Geschichte nicht mehr."

Man müsse deshalb auch die Jungen für die Migros-Idee begeistern. Dazu gehöre auch, dass es in den orangen Migros-Geschäften weiterhin keinen Alkohol gäbe. Gottlieb Duttweiler sei zwar selber ein Genussmensch gewesen und trank gerne ein Glas Wein und rauchte Zigarren. "Aber er wollte Alkohol nicht billig abgeben, weil er sah, wie viel Elend dieser in der Nachkriegszeit angerichtet hat", sagt Nold in der „Schweiz am Sonntag".

Deshalb stimme für sie der heutige Kompromiss, dass es im orangen M keinen Alkohol gibt, dafür aber in Tochterfirmen wie Migrolino oder Denner.