Zwei Meldungen, die nur 14 Tage auseinanderliegen. Am 4. Juni schrieb das Bundesamt für Statistik: «Stärkste Zunahme der Beschäftigung in der Industrie seit 10 Jahren». Innerhalb eines Jahres seien im zweiten Sektor, also Industrie und Baugewerbe zusammen, rund 14'000 zusätzliche Stellen geschaffen worden. Am gestrigen 18. Juni hat General Electric eine Mitteilung versandt, der Industriekonzern werde nun total 1200 Arbeitsplätze abbauen.

Kahlschlag bei General Electric: 1200 Stellen gestrichen

Kahlschlag bei General Electric

Seit Monaten zitterten die Angestellten. Nun ist klar: der Standort Oberentfelden wird komplett aufgelöst. Dafür wird Birrfeld gestärkt.

Die beiden Meldungen zeigen: Die Wirtschaft in der Schweiz wandelt sich schnell. Stellen verschwinden, zum Teil in aufsehenerregenden Massenentlassungen, aber bereits entstehen andernorts wieder neue Jobs. General Electric hat die Veränderungen im Energiesektor zu spät erkannt. Der Konzern steckte noch 10 Milliarden Dollar in die Energiesparte von Alstom, als das klassische Energiegeschäft des französischen Konzerns kurz vor dem Abstürzen war. Dafür entstehen in anderen Branchen neue Unternehmen, die heute noch kaum einer kennt.

Das sei nur ein schwacher Trost für jene, die von diesem Wandel auf dem falschen Fuss erwischt und entlassen werden, dann einen neuen Arbeitsplatz suchen müssen. So heisst es oft. Das ist nur halb richtig. Einerseits zeigen Studien tatsächlich, dass entlassene Mitarbeiter oftmals Einkommen verlieren und diesen Verlust bis zu ihrer Pensionierung nicht mehr aufholen. Andererseits gilt aber auch: Es ist bedeutend einfacher, eine neue Stelle zu finden in einer wachsenden Wirtschaft als in einer stagnierenden oder gar schrumpfenden.