Mode

Kleider mieten ist der neuste Trend in der Modebranche

Ein neuer Trend nimmt Einzug in die Modebranche: Kleider mieten. (Symbolbild)

Ein neuer Trend nimmt Einzug in die Modebranche: Kleider mieten. (Symbolbild)

Wer hat sie nicht im Schrank: Kleider, die man nur einmal getragen hat. Die schwedische Modekette Filippa K bietet nun Abhilfe. Sie vermietet ihre Kleider, auch die neusten Kollektionen. Es ist der neuste Trend in der Modebranche.

Das schöne, teure Stück kaufen – oder lieber doch nicht? Kundinnen und Kunden in den Läden der schwedischen Modekette Filippa K müssen sich diese Frage nicht stellen: Das Unternehmen vermietet seine Kleider beziehungsweise verleast sie. Wer ein Kleidungsstück möchte, bezahlt einen Fünftel des Verkaufspreises und kann dieses vier Tage behalten.

Vier Tage lang testen

So weit entspricht das Konzept jenen Geschäften, die beispielsweise Kleider oder Anzüge für Feste, Bälle oder andere spezielle Anlässe vermieten. Filippa K geht aber einen Schritt weiter: Nach der Frist von vier Tagen haben Kunden die Wahl, die Kleider wieder abzuliefern – oder aber den restlichen Kaufbetrag zu bezahlen und die ausgewählten Stücke permanent zu Hause in den Schrank zu hängen. Wer sich für etwas bereits einmal Vermietetes entscheidet, erhält zusätzlich Rabatt. Kleider, die nicht mehr in bestem Zustand sind, werden an Secondhand-Läden oder karitative Organisationen weitergereicht.

«Wir wollen unseren Kunden zu einer kleineren, günstigeren und ausgeklügelteren Garderobe verhelfen», sagt Elin Larsson, die Nachhaltigkeitschefin von Filippa K. Denn: In den westlichen Gesellschaften hätten die Menschen viel zu viele Kleider. «Für die meisten Leute gilt: 30 Prozent ihrer Garderobe haben sie im vergangenen Jahr gar nie getragen», so Larsson. Es sei zudem so, dass sich das Kundenverhalten ändere, dies zeige sich auch in der wachsenden Teil-Ökonomie (Sharing Economy): Nicht nur bei Filmen, Musik, Autos und Unterkünften, sondern eben auch bei Kleidern werde die Zugänglichkeit zum Produkt wichtiger, als dass man es auch besitze. Für ihr Unternehmen erwartet Larsson durch das Leasing-Angebot einen erhöhten Umsatz.

Für Bendik Samuelsen, Professor für Marketing an der Wirtschaftshochschule BI in Oslo, hat das Kleider-Leasing Zukunft, auch weil es aus ethischer Sicht ein positiver Schritt eines Unternehmens sei. «Zunächst wird es für junge Leute einfacher und natürlicher sein, sich damit anzufreunden», sagte Samuelsen dem Fernsehsender NRK. Für die ältere Generation seien Kleider etwas Persönliches, da werde die Akzeptanz des neuen Modells mehr Zeit benötigen.

Start-ups in den USA

Klamotten mieten statt kaufen. Bei der teuren Mode kennt man dies schon länger: Ballkleider oder Kostüme werden heute vor allem ausgeliehen. Zwei amerikanische Elitestudentinnen der Harvard Business School haben 2009 aus der Not eine Tugend gemacht und ein Internet-Start-up gegründet. Laut der Zeitschrift «Focus» haben sie ein Unternehmen gegründet, das Abhilfe für die weniger Gutbetuchten Mode-Liebhaberinnen schaffen soll. «Rent the Runway» bietet seither mit rund 55 000 Designerkleidern und Accessoires das passende Outfit zu jedem Anlass. Hier können Frauen die Kleider zwischen vier und acht Tage lang für etwa zehn Prozent des Ladenpreises mieten.

Das Ziel der beiden Gründerinnen war es, Luxuskleider auch für normale Frauen erreichbar zu machen. Das Valentino-Kleid kostet bei «Rent the Runway» 100 Euro anstatt über 1000 Franken im Laden. Inzwischen ist der Trend «über den Grossen Teich» geschwappt. Auch in der Schweiz und Deutschland sind entsprechende Miet-Marktplätze online abrufbar.

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