Walliswil

Kieszug für Walliswiler Kiesgrube

NOCH VIEL KIES Die Kiesvorkommen im Längwald in Walliswil/Bipp sind riesig und reichen noch für 43 Jahre.

Kiesgrube Walliswil

NOCH VIEL KIES Die Kiesvorkommen im Längwald in Walliswil/Bipp sind riesig und reichen noch für 43 Jahre.

In der Hälfte der öffentlichen Mitwirkung für die Erweiterung der «Interkommunalen Kiesgrube Walliswil» luden die drei involvierten Gemeinden Wiedlisbach, Oberbipp (heute Abend) und Walliswil/Bipp die Marti AG als Betreiberin des Kieswerks und ihr Planungsbüro Berz Hafner + Partner AG zu drei Informationsveranstaltungen ein.

Kurt Nützi

Zusätzlich zu den drei Info-Veranstaltungen hat die Öffentlichkeit am Mittwoch, 29. April 2009, 16.30 bis 20 Uhr, am «Tag der offenen Tür» Gelegenheit, das Kieswerk und die Kiesgrube in Walliswil zu besichtigen.

Kurt Sigrist, Ingenieur und Mitglied des Verwaltungsrates der Marti AG, stellte in einem halbstündigen Referat die Marti AG und die Entwicklung der Kiesgrube Walliswil bei Niederbipp vor. Die in Solothurn domizilierte Marti AG ist seit 1959 Eigentümerin der Kiesgrube in Walliswil. 1962 erstellte sie die erste Kiesaufbereitungsanlage. 1988 zerstörte ein Brand diese Anlage.

In der wieder aufgebauten Aufbereitungsanlage wird seit 2004 das Wasser, das zur Gewinnung mittels Wasserstrahl und zum mehrmaligen Waschen des Kieses gebraucht wird, in einem geschlossenen Kreislauf wieder verwendet. Letztes Jahr wurde mit der Automation des Kieswerks begonnen. Die Ausführung wird nicht zuletzt aus Kostengründen (fünf Millionen Franken) auf mehrere Jahre verteilt. 2003 musste erstmals Wald gerodet werden, um die riesigen Kiesvorkommen im Längwald abbauen zu können.

Transport in einem Tunnel

Der Kies wird auf einem Förderband, das sich in einem Tunnel befindet, von der Kieswaschanlage in der Nähe der aktuell 65 Meter hohen Abbauwand zur Kiesaufbereitungsanlage transportiert.

Der Tunnel ist zwischen 25 und 70 Meter unter Tag. Zurzeit beträgt seine Länge 740 Meter. Das Belagswerk verfügt über vier Silos zu je 80 Tonnen Fassungsvermögen. Dazu kommen sechs Bitumentanks.

In je sechs Silos sind Splitt und Rundkies gelagert. Neuerdings verfügt die Marti AG über einen eigenen Kieszug, der Kies in die ganze Schweiz rollen kann. Der 165 Meter lange Zug wird in der Klus bei Balsthal beladen. Die Diesellokomotive erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern.

Raumplaner Kaspar Reinhard, der selber Mitglied der Geschäftsleitung der Berz Hafner + Partner AG mit Sitz in Bern ist, erläuterte die geplante Erweiterung der Kiesgrube Walliswil, zu der die Gemeindeversammlungen von Wiedlisbach, Oberbipp und Walliswil/Bipp bei optimalem Verlauf 2010 Ja oder Nein sagen können. Die Erweiterung kommt nur zustande, wenn alle drei Kommunen der Erweiterung zustimmen. Bisher wurde der Kies jeweils von Westen nach Osten abgebaut.

Bei der Erweiterung wird nun die Abbaurichtung in den Längwald hinein nach Norden gedreht. Reinhard sagte, die Kiesmächtigkeit der geplanten Erweiterung sei sehr gut, betrage doch die Kiesschicht immer zwischen 30 und 40 Meter.

Auch die verkehrstechnische Lage der Grube sei vorzüglich, weil sich die Grube in unmittelbarer Nähe der Autobahn befinde und so keine Wohngebiete von den Lastwagenimmissionen betroffen seien.

Riesige Kiesvorräte in Walliswil/Bipp

Das Erweiterungsgebiet umfasst 19,7 Hektaren. Davon sind 18,4 Hektaren Wald und 1,3 Hektaren im Landwirtschaftsland von Walliswil. Wenn jährlich 200 000 bis 225 000 Kubikmeter Kies abgebaut werden, reicht das gesamte Vorkommen von 9,7 Millionen Kubikmeter für die nächsten 43 Jahre.

Die Erweiterung im Längwald umfasst ein Vorkommen von 5,9 Millionen Kubikmeter. Eine Grubenkommission, in der die drei Einwohner- und Burgergemeinden, ein Ökologe und die Marti AG Einsitz haben, begleitet den Kiesabbau.

Die Erweiterung wird in einer Zone mit Planungspflicht dem Stimmbürger vorgelegt, damit bei kleinen Abänderungen die Gemeinderäte zuständig sind und nicht drei Gemeindeversammlungen einberufen werden müssen. Der ganze Abbau ist in drei Etappen gegliedert.

Die Erweiterung umfasst die Etappe 2 in den Längwald hinein und die Etappe 3 wieder zurück nach Walliswil/Bipp. Info-Veranstaltung in Oberbipp heute Freitagabend um 19.30 Uhr im Gemeindehaus.

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