Am Mittwochabend, 29. August, setzte zum letzten Mal ein Flugzeug der Berner Regionalfluggesellschaft Skywork zur Landung an. Danach gab das Management auf. Die Verhandlungen mit möglichen Investoren waren zuvor gescheitert.

Bei den Reisebüros und -veranstaltern ist die Wut über das Grounding gross. Vor allem die Kommunikation der Airline und des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) stehen in der Kritik. «Seit dem Montag zuvor wussten beide, dass Skywork den Betrieb am Mittwoch einstellen würde. Trotzdem wurden weiterhin Flugtickets verkauft», sagte Max Katz, Präsident des Schweizer Reise-Verbandes, gestern am Jahrespressetermin des Verbandes.

Anders als die Reisebüros verfügen die Fluggesellschaften nicht über einen von ihnen finanzierten Versicherungsfonds, der bei solchen Szenarien einspringt und die Kunden entschädigt. Die Privatkunden und Reisebüros bleiben bei Airline-Pleiten auf ihren Kosten für Tickets sitzen.

Katz beziffert den Schaden, den alleine die Reisebüros in der Region Bern durch die Skywork-Insolvenz erlitten, auf mehr als eine halbe Million Franken. «Wir haben eine Klage erwogen, die sich auch gegen das Bazl richtet. Schliesslich hatte es zwei Tage vor dem Aus Bescheid gewusst und nichts unternommen. Doch weil es nur um die Ticketverkäufe von Montag bis Mittwoch mit einer Schadensumme von 25'000 bis 30'000 Franken ging, wäre der Aufwand für den Rechtsweg unverhältnismässig hoch. Wir verzichteten darum», so Verbandsgeschäftsführer Walter Kunz. Sein Verdacht: Hätte Skywork am letzten Betriebstag nicht noch die Fussballer von YB an Bord gehabt, die zuvor das Champions-League-Qualifikationsspiel in Zagreb bestritten, wäre schon am Montag zuvor Schluss gewesen.

Bazl wehrt sich gegen Kritik

Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt setzt man sich vehement gegen die Darstellung des Reise-Verbandes zur Wehr. «Die Behauptungen sind völlig falsch», sagt sein Sprecher Urs Holderegger. Er schildert den Ablauf so: Am Montagmorgen sei das Bundesamt von Skywork informiert worden, die Gespräche mit einem möglichen Hauptinvestor seien gescheitert. Es folgten weitere Gespräche mit Interessenten. Am Dienstagabend liess die Fluggesellschaft das Bundesamt mündlich wissen, für die Airline gebe es keinen Ausweg mehr. Am Mittwoch folgte schliesslich die offizielle schriftliche Information, Skywork stelle den Betrieb ein. Holderegger: «Selbst wenn es schon am Montag von der Insolvenz gewusst hätte, dürfte das Bundesamt nicht einzelne Kunden informieren. Die Informationspflicht greift nur, wenn wir einer Fluggesellschaft die Betriebsbewilligung entziehen.»