Das Früherkennungsprogramm startete im April vor einem Jahr, wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am Dienstag mitteilte. Es beobachtet die Wildschweinpopulation. In diesem Programm werden tot aufgefundene, wegen Krankheit abgeschossene und angefahrene Wildschweine auf die Schweinepest untersucht.

Eingeliefert wird das Schwarzwild durch Wildhüter und Jäger in der Schweiz und in Liechtenstein. Die Waidleute sind aufgefordert, vermehrt auf kranke und tote Wildschweine zu achten. Dabei ziehen sie den amtlichen Tierarzt bei, der den Kadaver an eine vom kantonalen Veterinäramt bestimmten Untersuchungseinrichtung bringt oder selbst eine Probe nimmt.

Das BLV stellt dafür ein Probeset zur Verfügung. Es trägt auch die Kosten. Die Kadaver sollen möglichst in einer Tierkörpersammelstelle entsorgt werden.

Die grösste Gefahr für eine Einschleppung geht gemäss BLV gegenwärtig von Lebensmitteln wie Salami, Schinken und ähnlichem aus, die aus verseuchten Ländern mitgebracht wurden. Durch sorglosen Umgang mit ihnen oder ihren Verpackungen können sich heimische Wildschweine anstecken. Unter sorglosen Umgang fällt etwa das Wegwerfen im Wald oder an Autobahnraststätten.

Nur für Schweine gefährlich

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen. Für Menschen ist sie ungefährlich. Eine Ansteckung von Hausschweinen hätte beträchtliche wirtschaftliche Folgen für die Bauern. Die Ansteckung erfolgt über den direkten Kontakt oder durch Produkte von infizierten Tieren. Für die Vierbeiner endet die Krankheit meistens tödlich.

Ursprünglich in Afrika beheimatet, breitete sich die Seuche auf die iberische Halbinsel und Sardinien aus. Durch den Reiseverkehr trat sie schon fast überall auf. Seit 2014 ist sie in östlichen Ländern der EU auf dem Vormarsch. Inzwischen sind mehrere EU-Staaten betroffen. Tschechien errichtete bereits einen elektrischen Zaun um einen erkrankten Wildschweinbestand.