Am Donnerstag und Freitag nächster Woche will der deutsche Kommissar erneut mit Vertretern der Europäischen Gruppe für nukleare Sicherheit und Abfallentsorgung (ENSREG) zusammenkommen.

"Inhalt ist wichtiger als Timing. Die Öffentlichkeit erwartet glaubwürdige Tests, die alle Risiken und Sicherheitsbedenken umfassen", sagte Oettinger am Rande des Treffens. Bei den Gesprächen am Donnerstag habe es Fortschritte gegeben.

Konsens bestand laut EU-Kreisen darüber, dass die Tests Naturkatastrophen wie Erdbeben und Hochwasser sowie extreme Kälte- und Wärme-Szenarien berücksichtigen sollten. Oettinger zeigte sich zuversichtlich, umfassende Stresstests der 143 europäischen Atommeiler durchsetzen zu können.

Die Tests sollten dabei auch das Risiko von Flugzeugabstürzen, Terroranschlägen und menschlichem Versagen umfassen, sagte der Kommissar dem "Handelsblatt" vom Freitag. Frankreich und Grossbritannien hatten zunächst darauf bestanden, nur das Risiko von Naturkatastrophen zu untersuchen.

Frankreich sei von dieser Haltung bei den Beratungen am Donnerstag aber abgerückt, erklärte Oettinger. Von Grossbritannien habe es zwar erneut "Vorbehalte" gegen die Prüfung menschlicher Risikofaktoren gegeben, jedoch "keine förmliche Ablehnung".