Aktienmärkte

Kein gutes Börsen-Jahr: 5 Dinge, die Anleger jetzt beachten sollten

An der Börse ging es 2018 tüchtig auf und ab – in der Summe aber stärker in die Tiefe.

An der Börse ging es 2018 tüchtig auf und ab – in der Summe aber stärker in die Tiefe.

1. Für Zinsen ins Ausland

Nach drei Jahren Negativzinsen blicken viele Schweizer Anleger neidisch nach Italien, wo eine zehnjährige Staatsanleihe immerhin noch fast drei Prozent abwirft. Die Risiken sind allerdings beträchtlich. Im zurückliegenden Jahr wäre die Rendite einer solchen Anlage vollständig durch die Abwertung des Euro aufgezehrt worden. Das ist bei Ausland-Obligationen keine Seltenheit. Hinzu kommt das Bonitätsrisiko. Erfährt Italien eine weitere Rückstufung, wären die Anleihen des Landes für viele Pensionskassen und andere institutionelle Anleger mit rechtlichen Vorgaben nicht mehr investierbar. Das könnte zu einem Ausverkauf an der Börse führen.

2. Aktien als Langfristoption

In Krisensituationen bewegen sich alle Märkte in die gleiche Richtung. Dies weiss man spätestens seit der Finanzkrise 2008. Sollte man Aktien in Krisensituationen also generell meiden? Nein, das im Vergleich zu Staatspapieren höhere Risikoprofil von Dividendenwerten macht diese auch attraktiv. Das Risiko wird langfristig nämlich mit einer Prämie ausgeglichen. Verdienen lässt sich die Risikoprämie durch eine systematische Aufteilung der Anlagen auf einen Korb von Aktien mit unterschiedlichen Charakteristika. Dahinter steht die Idee der Diversifikation, die der Ökonom und Nobelpreisträger Harry Markowitz bereits 1952 beschrieben hatte.

3. Gold ist sicher, aber . . .

Gold gilt bei vielen Anlegern als Versicherung gegen unsichere Zeiten. Tatsächlich tendiert der Preis des Metalls in Krisensituationen oft nach oben, vor allem dann, wenn eine drohende Inflation die Papierwährungen zu entwerten droht. Doch ein richtiger Preis für Gold lässt sich im Unterschied zu dem einer Aktie oder einer Obligation nicht berechnen. Denn Gold hat keinen inneren Wert. Das Material wirft weder Dividenden noch Zinsen ab, es generiert also keinen Ertrag. Deshalb haben Goldanlagen immer auch einen sehr spekulativen Charakter. Noch ausgeprägter gilt dies für Kryptowährungen wie Bitcoin. Sie sind in diesem Jahr eingebrochen.

4. Daheim ists am sichersten

Wechselkursschwankungen bilden ein Grundrisiko bei jeder Auslandinvestition. Vielen Schweizer Anlegern steckt das Jahr 2015 noch in den Knochen, als die Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufhob. Immerhin fegte die Massnahme die damalige Jahresperformance des deutschen, französischen oder italienischen Aktienmarktes von zwischen 10 und 13 Prozent fast restlos weg. Über den Schweizer Aktienmarkt mit seinen vielen internationalen Konzernen kann ein hiesiger Investor zwar durchaus globale Risikoexposition erreichen. Allerdings gilt es dabei, die Dominanz der drei Index-Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé zu begrenzen.

5. Vorsicht mit Hypotheken

Finanzinvestitionen sind immer auch eine Frage der Optionen. Schliesslich könnte man mit dem Geld auch Schulden – beispielsweise auf dem Eigenheim – abzahlen. Was sich mehr lohnt, weiss man gewöhnlich aber erst im Nachhinein. In den vergangenen zehn Jahren ist man mit beiden Strategien ungefähr gleich gut gefahren. Und zurzeit sind Schulden doch verlockend günstig. Aber: Sollten sich die konjunkturellen Aussichten aufhellen, kann es auch bei den Zinsen rasch aufwärtsgehen. Dann wäre der Schuldenrückbau die bessere Option.

Einschätzungen: Daniel Zulauf

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