Von einem «historischen Moment» spricht Eric Olsen, als er erstmals als Chef des neuen Zementgiganten Lafarge-Holcim vor die Medien und Investoren tritt. Die Fusion der beiden Konzerne ist abgeschlossen, seit Mitte Juli treten sie gemeinsam auf (siehe Grafik unten).

Die Zahlen für das erste Halbjahr präsentieren die schweizerische Holcim und die französische Lafarge allerdings noch getrennt. Und auch diese sind historisch, denn es ist das letzte Mal, dass die beiden über ihre Tätigkeiten separat berichten.

ABLAUF DER FUSION VON HOLCIM UND LAFARGE

Nachdem Lafarge und Holcim gestern Vormittag ihre Ergebnisse offengelegt hatten, war schnell klar: Von einem eleganten Abgang sind beide ein gutes Stück entfernt. Die Zementverkäufe gingen bei beiden zurück. Dank eines Beteiligungsverkaufs konnte Holcim den Reingewinn steigern, der Umsatz sackte derweil um 3,1 Prozent ab. Der betriebliche Ebitda (Gewinn vor Abschreibungen und Amortisationen) schrumpfte gar um 7,8 Prozent.

Die Kosten für die Fusion mit Lafarge summierten sich auf 86 Millionen Franken. Bei Lafarge stand am Ende sogar ein Minus von 477 Millionen Euro, nach einem Gewinn von rund 70 Millionen Euro in der ersten Hälfte des Vorjahres. Ein Abschreiber von 450 Millionen Euro ging laut Lafarge auf Verkäufe von Unternehmensteilen an den irischen Baustoffkonzern CRH zurück. Für das Gesamtjahr korrigierte Lafarge-Holcim die Aussicht bezüglich Betriebsgewinn um 10 Prozent.

Die Zahlen

Die Zahlen trübten die Stimmung beim Chef des neuen, fusionierten Zementkonzerns gestern jedoch nicht. Olsen zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Zusammenlegung der beiden Schwergewichte. Er betonte, dass bis Ende Jahr erste Einsparungen aus der Fusion von 100 Millionen Franken zu erwarten seien.

Ende 2016 sei der Integrationsprozess dann weitgehend abgeschlossen, mit Ausnahme einiger IT-Systeme. Im Verlauf der nächsten drei Jahre will Lafarge-Holcim Synergien im Wert von 1,5 Milliarden Franken erzielen.