Die ftth fr AG wurde 2012 vom Staat Freiburg und verschiedenen Energieanbietern der Region gegründet. Ziel war es, den Aufbau des Glasfasernetzes in den städtischen und ländlichen Gebieten des Kantons sicherzustellen und schrittweise den gesamten Kanton an das Glasfasernetz anzuschliessen. Bis 2016 war auch der Telekomanbieter Swisscom mit an Bord, bevor er sich verabschiedete.

Dank technologischer Entwicklungen konnte das Ziel der Breitbandabdeckung im grössten Teil des Kantons erreicht werden. Um die ursprünglichen Ziele der ftth fr AG zu verwirklichen, hätte das Unternehmen zusätzliche 300 Mio. Franken benötigt, wie Regierungsrat Jean-François Steiert am Dienstag vor den Medien sagte.

Der kommerzielle Erfolg der ftth fr AG entsprach darüber hinaus auch nicht den Erwartungen. Der Gewinn reiche nicht aus für die Selbstfinanzierung des Glasfasernetzausbaus. Der Verwaltungsrat der ftth fr AG beschloss deshalb, sein ursprüngliches Ziel aufzugeben und sich auf bereits erschlossene Zonen zu konzentrieren.

Der Freiburger Regierung gehe es darum, der Bevölkerung Zugang zu Hochgeschwindigkeitsnetzen zu gewährleisten, unabhängig von einer bestimmten Technologie, heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Der digitale Graben konnte durch alternative Technologien fast ganz zugeschüttet werden.

Dies alles lässt die langfristige wirtschaftliche Rentabilität des Glasfasernetzes unsicherer werden. "Schwer zu sagen, welchen Wert ein Glasfasernetz in 20 oder 30 Jahren hat", führte Steiert aus.

Die Entwicklung der geeigneten Technologien für den Breitband- und Ultrabreitbandanschluss des Kantons werden andere Anbieter übernehmen.

Der Freiburger Staatsrat hat daher beschlossen, die zusätzlichen 300 Mio. Franken nicht zu sprechen. Auch eine weitere Darlehenstranche von 15 Mio. Franken wird nicht freigegeben.

Konkurrenz machen könnte der Glasfaser schon bald der neue Mobilfunkstandard 5G. Und auch die schon totgesagten Kupferleitungen erleben ein Comeback.