Irland

Kampf gegen Defizit: Irland will 2011 sechs Milliarden sparen

Die Bank of Ireland in der Hauptstadt Dublin

Die Bank of Ireland in der Hauptstadt Dublin

Im Kampf gegen das irische Rekorddefizit will die Regierung in Dublin allein im kommenden Jahr sechs Milliarden Euro sparen. Wie das Finanzministerium am Donnerstag mitteilte, soll die Defizitquote 2011 auf zwischen 9,25 und 9,5 Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden.

Wegen der Rettung irischer Banken beträgt das Haushaltsloch in diesem Jahr voraussichtlich 32 Prozent. Finanzminister Brian Lenihan will damit den grössten Teil seines Sparpaketes im kommenden Jahr durchsetzen. Vorgesehen sind auch Steuererhöhungen.

Bis 2014 will die Regierung insgesamt 15 Milliarden Euro einsparen, um die Defizitquote unter die von der EU vorgeschriebene Grenze von drei Prozent zu senken. Die irische Wirtschaft soll 2011 aber trotz der Krise um 1,75 Prozent wachsen. Lenihan sagte, Irland lebe über seine Verhältnisse. Die Wirtschaft könne die Einschnitte verkraften.

Bei ihren Plänen kann die Regierung auf die Unterstützung der Europäischen Zentralbank bauen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte bei der monatlichen Pressekonferenz der Notenbank am Nachmittag erklärt, er schätze die Summe von 15 Milliarden Euro nicht als negativ ein.

Allerdings könnte es wegen einer Nachwahl am 25. November schwerer werden, die Änderungen durch das Parlament zu bekommen. Die Mehrheit der Regierung könnte nach der Wahl auf zwei Stimmen schrumpfen.

Irland, das früher als "Keltischer Tiger" gelobt wurde, bekommt wie kaum ein anderes Land in Europa die Auswirkungen der geplatzten Immobilienblase zu spüren. Das Riesendefizit sorgt für Misstrauen an den Finanzmärkten und verteuert die Aufnahme neuer Kredite: Die Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen stiegen im Vergleich zu deutschen Papieren am Donnerstag erneut auf ein Rekordhoch.

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