Die Kaderlöhne des bauerneigenen Agrarkonzerns Fenaco (u.a. Volg, Landi) wurden bisher gehütet wie ein Staatsgeheimnis. Nicht einmal die Bauernvertreter im Parlament in Bern kannten die Höhe der Saläre. Jetzt liegen der «Schweiz am Sonntag» exklusiv und erstmals Zahlen vor. Sie stammen aus dem Vergütungsbericht, der dieses Jahr erstmals publiziert werden wird, zusammen mit dem Geschäftsbericht 2014.

Die Zahlen werden zu reden geben. Fenaco-CEO Martin Keller verdiente 2014 insgesamt 648'000 Franken an Grundlohn und Leistungsanteil. Die übrigen fünf Geschäftsleitungsmitglieder des Agrarkonzerns kommen auf ein Totalgehalt von durchschnittlich 590'000 Franken. Diese Zahlen liegen damit deutlich über dem Bundesratsgehalt von knapp 450'000 Franken.

Bauernvertreter im Parlament gingen bisher immer davon aus, dass die Fenaco-Chefs sicher nicht mehr verdienen als ein Bundesrat. Denn höhere Saläre könne man gegenüber den Bauern nicht begründen, so die generelle Einschätzung.

Die Fenaco wies gegenüber der «Schweiz am Sonntag» darauf hin, dass ihre Saläre im Quervergleich eher niedrig seien. «Die Vergütungen für unsere Geschäftsleitung orientieren sich an vergleichbaren Unternehmen aus ähnlichen Branchen sowie an Betrieben des Bundes. Sie liegen im unteren Bereich der Benchmark», sagt Fenaco-Kommunikationschefin Alice Chalupny.

Die Saläre sind vergleichbar hoch wie bei Coop, aber tiefer als bei Migros und Emmi. Allerdings sind die beiden Grossverteiler sowohl bezüglich Mitarbeiterzahl als auch Umsatz um ein Vielfaches grösser als die Fenaco. Weit besser bezahlt als von Branchenvertretern erwartet ist auch der Präsident der Fenaco-Genossenschaft, der Bauer Lienhard Marschall aus Neuenegg BE. Er bezog letztes Jahr eine Entschädigung von 178'000 Franken. Laut Fenaco-Sprecherin Chalupny ist das Präsidentenamt aber vergleichsweise sehr aufwändig. Es handle sich um ein Pensum von mindestens 50 Prozent.