"Ich habe sie (die Minister) gebeten, einen anderen Minister zu benennen", sagte Juncker am Montagabend in Brüssel.

Schon im laufenden Jahr hatte es mehrmals Spekulationen gegeben, dass der längstdienende Regierungschef Europas als Eurogruppen-Chef zurücktritt, doch hatte er im Sommer noch ein fünftes Mandat angehängt. Dieses verlässt er nun - wie im Juli angekündigt - vorzeitig.

Als Favorit für seine Nachfolge gilt weiterhin der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Allerdings ist bisher keine endgültige Entscheidung gefallen.

Juncker leitet seit 2005 als "Mister Euro" die Finanzminister der Währungsunion, die sich vor jedem EU-Treffen aller 27 Ressortchefs versammeln. Gewählt wurde er erstmals im September 2004.

Blitzkarriere hingelegt

Die Karriere Junckers ist eine europäische Erfolgsgeschichte: Geboren am 9. Dezember 1954, wuchs er in eher bescheidenen Verhältnissen auf. Sein Vater arbeitete in einem grossen Stahlwerk und engagierte sich in der christlichen Gewerkschaftsbewegung.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Strassburg legte Juncker eine Blitzkarriere hin: Mit nicht einmal 30 Jahren wurde er Minister für Arbeit und Haushalt für seine christlichsoziale Partei CSV.

Als Jacques Santer als Kommissionspräsident nach Brüssel wechselte, rückte Juncker Anfang 1995 an die Spitze der luxemburgischen Regierung, der er heute noch vorsteht. Deutsch wie Französisch spricht er gleichermassen fliessend.

Die Eurogruppe wurde 1998 eingerichtet. Ihr gehören mit Ausnahme Grossbritanniens die grössten europäischen Volkswirtschaften von Deutschland über Frankreich, Italien und Spanien an. Aufgabe des Gremiums ist es unter anderem, die Einhaltung des Euro-Stabilitätspaktes zu überwachen.