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Julius Bär: Verwaltete Vermögen dank Übernahme gesteigert

Mehr Gewinn bei der Privatbank Julius Bär (Archiv)

Mehr Gewinn bei der Privatbank Julius Bär (Archiv)

Die Privatbank Julius Bär hat im ersten Halbjahr 2010 die verwalteten Kundenvermögen um 8 Prozent auf 166 Mrd. Fr. vermehrt. Ohne den schwachen Euro wären es noch 4 Mrd. Fr. mehr gewesen.

Das Plus bei den verwalteten Vermögen verdankt Julius Bär dem Kauf des Schweizer Privatkundengeschäfts des niederländischen Finanzriesen ING, der im Mai abgeschlossen wurde. Damit landeten 14 Mrd. Franken in den Tresoren des Zürcher Traditionshauses, das sich als führende Schweizer Vermögensverwaltungsbank betrachtet.

In den Monaten Januar bis Juni nahm Julius Bär dazu netto 3,3 Mrd. Fr. Neugeld entgegen. Das sind allerdings eine Milliarde weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie aus dem Zwischenbericht vom Mittwoch hervorging.

Es gab indessen auch Kunden, die Gelder von der Bank wegtrugen, wie die Bank weiter mitteilte. Grund dafür sei das regulatorische Umfeld gewesen. Zudem hätten einzelne Kunden ihr Geld nach der Übernahme des ING-Geschäfts abgezogen.

Gewinn gesteigert

Den Reingewinn hat Julius Bär im ersten Semester um 8 Prozent auf 261 Mio. Franken gesteigert. Werden aber Integrations- und Restrukturierungskosten sowie Abschreiber mit eingerechnet, müssen die Aktionäre einen um 9 Prozent von 203 auf 184 Mio. Fr. geschrumpften Gewinn hinnehmen.

Mit einer Kernkapitalquote (Tier-1) von 22,8 Prozent (Vorjahr: 16,5 Prozent) verfügt Julius Bär über satte Polster. Zudem betonte Finanzchef Dieter Enkelmann, die Bank sei nicht in Staatsanliehen der Krisenländer Griechenland und Spanien investiert. Für die Analysten ist Julius Bär ein sicherer Wert.

Die Experten lobten das Halbjahresergebnis und auch die Anleger reagierten erfreut: Gegen 15 Uhr stand die Bär-Aktie 5,2 Prozent über dem Schlusskurs des Vortages und kostete somit 33.67 Franken. Der Blue-Chip-Index SMI lag zum gleichen Zeitpunkt mit 0,7 Prozent im Plus.

Bär will wachsen

Die Kunden seien nach dem Finanzkrisen-Schock immer noch vorsichtig, sagte Bankchef Boris Collardi im Gespräch mit Medien und Analysten. "Allerdings finden sie es auch zusehends langweilig, daneben zu sitzen und zuzuschauen", sagte er weiter. Er erwarte, dass der Neugeldzufluss im zweiten Halbjahr stark bleibe.

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