Dass nun der erst seit 2007 bei Novartis tätige US-Amerikaner Joe Jimenez schon auf den 1. Februar die operative Führung des Konzerns mit fast 100'000 Angestellten übernimmt, begründete Vasella damit, dass dieser die Kriterien in optimaler Weise erfülle.

Abgesehen von einem Verwaltungsratsmandat beim US-Pharmahersteller AstraZeneca und seiner rund einjährigen Tätigkeit als Chef der Novartis Pharma-Sparte bringt Jimenez vor allem Erfahrungen aus der Konsumgüterindustrie mit. So war er in leitenden Funktionen beim US-Ketchup-Hersteller Heinz tätig.

Vasella bleibt Präsident des Verwaltungsrats. Er werde sich künftig auf strategische Prioritäten konzentrieren, teilte Novartis mit. Vasella, der im August 57 Jahre alt wird, leitete den Pharmakonzern während der letzten 14 Jahre als Konzernchef, davon elf Jahre im Doppelmandat als Verwaltungsratspräsident.

Vasellas bisheriges Festhalten am umstrittenen Doppelmandat gibt neben seinem Millionensalär seit Jahren zu Diskussionen Anlass. Mit seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft sorgte er nun dennoch für eine Überraschung. Der Entscheid sei erst am Montag gefallen, sagte Vasella an der Bilanzmedienkonferenz in Basel.

Mit dem Verzicht auf das Doppelmandat kommt Vasella einer Forderung unter anderem der Anlagestiftung Ethos entgegen. Deren Antrag, die Trennung von Geschäftsleitungsvorsitz und Verwaltungsratspräsidium statutarisch strikt zu trennen, lehnt Novartis indes als zu starr ab.

Weiterhin kritisiert die Anlagestiftung dagegen die Höhe der Löhne, die Novartis den Spitzenkadern auszahlt. Laut dem Geschäftsbericht erhielt Vasella auch 2009 über 20 Mio. Franken. Insgesamt kassierte die Geschäftsleitung des Konzerns 60 Mio. Franken.

Novartis erzielte 2009 einen Gewinn von 10,267 Mrd. Dollar. Das ist ein Plus von 8 Prozent. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 44,267 Mrd. Dollar, wie das Unternehmen mitteilte. In lokalen Währungen betrug das Plus 11 Prozent. Das operative Ergebnis stieg um 11 Prozent auf 11,437 Mrd. Dollar.