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Joe Ackermann kassiert 14 Millionen Franken

Dieses Bild geht um die Welt, ein Muster für Kapitalismuskritik für eine verhängnisvolle Geste: Joe Ackermann mit Victory-Zeichen nach seinem Prozess 2004.

Joe Ackermann

Dieses Bild geht um die Welt, ein Muster für Kapitalismuskritik für eine verhängnisvolle Geste: Joe Ackermann mit Victory-Zeichen nach seinem Prozess 2004.

Von Finanzkrise keine Spur mehr: Josef «Joe» Ackermann zählt in Deutschland wieder zu den Spitzenverdienern: Der Chef der Deutschen Bank erhält für 2009 insgesamt fast 9,6 Mio. Euro.

Josef Ackermann hat es wieder geschafft: Der Chef der Deutschen Bank hat im Jahr 2009 von allen Vorständen der Dax-Konzerne am meisten verdient. Nach 1,4 Millionen Euro im Jahr 2008 erhielt der Schweizer im Folgejahr insgesamt knapp 9,6 Millionen Euro. Dies geht aus dem Geschäftsbericht der Bank hervor.

Demnach sind von Ackermanns Gehalt rund 1,3 Millionen Euro fix, der Rest sind Boni, die zu 70 Prozent an den Geschäftserfolg seines Instituts gekoppelt sind. Der Löwenanteil der Prämie, die aus Bargeld und Aktien besteht, wird somit nicht sofort ausbezahlt, sondern ist abhängig vom Erreichen bestimmter Ziele in den nächsten Jahren.

Dies ist eine der wesentlichen Änderungen im Vergütungssystem der Deutschen Bank in Reaktion auf die harsche Kritik an überzogenen Banker-Boni. Die Orientierung der Prämien an kurzfristigen Zielen gilt als eine der Ursachen der Finanzkrise. Daraufhin hatte Ackermann auf Bonuszahlungen in Millionenhöhe verzichtet.Insgesamt verdiente der achtköpfige Vorstand der Deutschen Bank 2009 knapp 39 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor, als das Führungsgremium noch halb so gross war, erhielten die Manager nur 4,5 Millionen Euro. So wie Ackermann hatten auch seine Vorstandskollegen auf Boni verzichtet. Grund ist auch der Rekordverlust der Bank.

Diese Zeiten sind offenkundig vorbei. Im vergangenen Jahr schrieb Deutschlands grösste Bank dank hoher Einnahmen im Investmentbanking wieder einen Vorsteuergewinn von 5,2 Milliarden Euro. Bis 2011 sollen es zehn Milliarden Euro werden. "Die Bankenbranche dürfte 2010 und 2011 langsam zu einer gewissen Normalität zurückkehren", heisst es dazu im Geschäftsbericht.

Der Top-Investmentbanker der Deutschen Bank, Anshu Jain, erhielt 7,8 Millionen Euro für 2009. Er verantwortet im Vorstand das Handelsgeschäft, wo der Branchenprimus den Löwenanteil der Gewinne erzielt hat.

Im internationalen Vergleich jedoch sind Jain und Ackermann weit von den Spitzengehältern entfernt. Top-Verdiener war 2009 der Chef der US-Bank Wells Fargo, John Stumpf, der mehr als 21 Millionen Dollar bekam. Bei der Schweizer UBS erhält Top-Investmentbanker Carsten Kengeter trotz hoher Verluste als Spitzenverdiener mehr als 13 Millionen Schweizer Franken.

(SDA/cls)

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