Jelmoli soll aus Dornröschenschlaf geweckt werden

Jelmoli soll aus Dornröschenschlaf geweckt werden

Vor der Wiederbelebung: Das einstige Warenhaus Jelmoli, die heutige City-Galerie, in Brugg. (Bild: Llouis Probst)

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Vor der Wiederbelebung: Das einstige Warenhaus Jelmoli, die heutige City-Galerie, in Brugg. (Bild: Llouis Probst)

Das einstige Warenhaus Jelmoli im Zentrum von Brugg soll wiederbelebt werden. Rund 5,5 Millionen Franken will die Jelmoli Immobilien AG in einen Umbau investieren.

Louis Probst

«Die Gründung des Brugger Zweiggeschäftes erfolgt im Vertrauen auf Bruggs bedeutende Zukunft als Zentrum einer weit über seine Gemarkungen hinaus reichenden Grosssiedlung und als Einkaufszentrum für die wachsende Bevölkerung der ganzen Region»: so weit Jelmoli-Generaldirektor Stiefelmeier bei der Eröffnung der Jelmoli-Niederlassung in Brugg.
Das war am 4.Dezember 1959. Inzwischen sind gut 50 Jahre ins Land gegangen und «der modernste Bau in der Stadt Brugg» - wie das «Brugger Tagblatt» zur Eröffnung schrieb - hat bewegte Zeiten hinter sich. Vor allem nach dem Auszug von Jelmoli im Jahre 1996.

Die Hoffnungen, die man sich durch die Umgestaltung der Liegenschaft in die City-Galerie gemacht hatte, scheinen sich jedenfalls nur bedingt erfüllt zu haben. Grosse Teile der zentral gelegenen Liegenschaft liegen seit geraumer Zeit brach oder werden bloss provisorisch genutzt. Das soll sich jetzt wieder ändern. Zur- zeit liegt ein Baugesuch der Jelmoli Immobilien AG (Zürich) für eine umfassende innere Umgestaltung des markanten Gebäudes auf.

Wohnungen im Obergeschoss

Zweifellos die einschneidendste Massnahme des 5½-Millionen-Franken-Vorhabens besteht in der künftigen Wohnnutzung des zweiten Obergeschosses. In diesem Geschoss sind fünf 4½-Zimmer-Wohnungen sowie ein Kleinbüro vorgesehen. Die Wohnungen werden um einen bepflanzten Innenhof angeordnet, der durch die Öffnung des Daches geschaffen wird, und sie verfügen entweder über Aussensitzplätze in diesem Hof oder aber über grosszügige Terrassen. Sogar einen Spielplatz soll es im zweiten Obergeschoss künftig geben. Er wird eine Fläche von immerhin gut 90 Quadratmetern aufweisen und durch eine zwei Meter hohe Glaswand gesichert sein.

Neue Innenerschliessung

Erhebliche Eingriffe sind auch auf den drei Verkaufsebenen - Untergeschoss, Erdgeschoss und erstes Obergeschoss - vorgesehen. Insbesondere wird die Erschliessung verlegt. Die neue Rolltreppenanlage wird gegenüber der bestehenden Anlage um 90 Grad gedreht, und sie wird sich künftig über alle drei Geschosse erstrecken. Im Erdgeschoss wird zusätzlich zu den beiden seitlichen Eingängen ein neuer, zentraler Eingang geschaffen, der sich zur Rolltreppe hin orientiert.

Der geplante neue Haupteingang ins Jelmoli-Gebäude dürfte im Zusammenhang mit den Überlegungen zu sehen sein, den Strassenraum im Bereich der Einmündung der Alten Zürcherstrasse in die Hauptstrasse für Fussgänger «durchlässiger» zu gestalten und damit die ältere und die neuere Stadt besser miteinander zu verknüpfen.

Von der Umgestaltung grundsätzlich nicht tangiert werden die heute im Jelmoli-Gebäude bestehenden Geschäfte, nämlich das Café und das Reisebüro im Erdgeschoss und das Coiffeurgeschäft im Obergeschoss.

Die übrigen Verkaufsflächen werden durch Zwischenwände neu unterteilt. So wird es im Erdgeschoss künftig drei Verkaufsbereiche geben, die in den Plänen mit «Textil I» bis «Textil III» bezeichnet werden. Im ersten Obergeschoss ist neben einem weiteren Bereich «Textil» auch ein Bereich «Fashion» vorgesehen.

«Noch alles offen»

Über die künftigen Nutzer der Verkaufsflächen hüllt man sich bei der Jelmoli Immobilien AG in Schweigen.Gelobt wird zwar die «sehr kooperative» Stadtbehörde. «Wir können aber noch nichts über mögliche Mieter sagen», ist dieser Zeitung auf Anfrage beschieden worden. «Es sind verschiedene Prozesse im Gang, die parallel ablaufen. Noch ist alles offen.»

Verwiesen wird dabei auch auf die Übergangsphase, in der sich die Jelmoli Immobilien AG zurzeit befinde. Es sei daher möglich, dass beim Vorliegen einer Baubewilligung für die Umgestaltung der Liegenschaft in Brugg nicht sofort gebaut würde, heisst es.

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